Täglich drANgeDACHT

Video-Gottesdienste

“Drück mich!” – Für den Gottesdienst am Sonntag und an den Feiertagen

Die Gottesdienste werden von nun an immer erst am Sonntagabend veröffentlicht! 


Dienstag 02.06.2020

Tageslosung

Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN. 1. Sam 2,1

Lesung zum Tage

Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 1. Petr 1,8

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Du, Gott, bist ein Fels in der Brandung. Welche Stürme auch wehen, wie hoch das Wasser auch steigt, du bist immer für uns da und gibst festen Halt.
Amen.


Pfingstmontag 01.06.2020

Tageslosung

Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht! Habe ich’s dich nicht schon lange hören lassen und es dir verkündigt? Ihr seid doch meine Zeugen! Jes 44,8

Lesung zum Tage

Was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern. Mt 10,27

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Als Vater, Sohn und Heiliger Geist bist du uns nahe. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde. (Ps 104,30) Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd’ in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe. (altkirchlich)
Amen.


Pfingstsonntag 31.05.2020

EINGANG

Wir feiern ein Fest – fast unbemerkt! Wir feiern das Leben – fast wie Geburtstag! Wir feiern den Geist Gottes – fast nicht zu glauben! Wir feiern den Geist Gottes als Durchbruch zum Leben! Gegen Rastlosigkeit, Atemlosigkeit, gegen Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit! Denn: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sach. 4, 6)
Pfingsten feiern wir. Dass Gottes Geist weht, wo ER will. Nicht WO und wie WIR wollen. Pfingsten ist das Fest der Freiheit Gottes. Pfingsten ist aber auch Fest der Freiheit der Kinder und der Kirche Gottes. Die ursprüngliche Begeisterung von dem zu reden, der das alles schenkt. Die Möglichkeit verstanden zu werden. Auch allen Begrenzungen, Einschränkungen und Hindernissen zum Trotz.

PSALM 1  [Nachdichtung von Diethard Zils ]

Glücklich die Kirche, die nie aufhört zu fragen, die nie aufhört zu suchen. Glücklich die Kirche, die sich selbst in Frage stellt, die über sich selber lächeln kann. Glücklich die Kirche, die Freiheit verbreitet aus ihrem Glauben, die Freude ausstrahlt aus ihrem Leben. Glücklich die Kirche, die den Menschen neue Zuversicht schenkt, die den Frieden und die Gerechtigkeit in die Tat umsetzt. Glücklich die Kirche, die ein Ort der Menschlichkeit ist in einer unmenschlichen Welt, sie könnte selber Modell sein für eine gute Zukunft. Glücklich die Menschen dieser Kirche, sie brauchen keine Angst zu haben, von Gott und den Menschen verlassen zu sein. 

TEXT Apostelgeschichte 2, 1-21 i.A. [BasisBibel] 

Die Bibel erzählt, dass Gottes Geist am Pfingsttag über die Jünger kommt und ein großes Sprachenwunder bewirkt. Dass Petrus eine große Predigt hält, die zur Gründung der ersten Gemeinde führt. Alles läuft sehr dramatisch ab. Ein Brausen vom Himmel ertönt, Feuerzungen setzen sich auf die Jünger, Festpilger aus aller Welt hören die Jünger in ihrer Muttersprache predigen, die Menge ist ergriffen und dreitausend lassen sich an diesem Tag taufen. Wir wollen uns heute daran erinnern und hören, was die Apostelgeschichte im 2. Kapitel berichtet:

Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt. Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten. Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen. Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab. In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten. Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Erstaunt und verwundert sagten sie: »Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden? Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? … Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.« Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: »Was hat das wohl zu bedeuten?« Wieder andere spotteten: »Die haben zu viel neuen Wein getrunken!«
Da trat Petrus vor die Menge und mit ihm die anderen elf Apostel. Mit lauter Stimme rief er ihnen zu: »Ihr Männer von Judäa! Bewohner von Jerusalem! Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu! Diese Leute sind nicht betrunken, wie ihr meint. Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages. Nein, was hier geschieht, hat der Prophet Joel vorhergesagt: ›Gott spricht: Das wird in den letzten Tagen geschehen: Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen….

LIED „Ein Haus voll Glorie schauet“ GL 478

IMPULS

Wir feiern ein Fest. Zugegeben kein scheinbar großes. Nicht Weihnachten, Ostern, oder Himmelfahrt. Aber das haben wir ja leider dieses Jahr gar nicht feiern können. Wir feiern Pfingsten. Aber wie? – Gute Frage! Denn in dieser besonderen Zeit ist Feiern gar nicht richtig angesagt. Pfingsten ist halt nicht mehr das, was es mal war. Der freie Tag am Montag fällt auch grad nicht so ins Gewicht. Sonst sind dann die Autobahnen voll. – Aber heute höchstens die nach Holland vielleicht. Warum also überhaupt feiern?
Aber das lässt sich ja zum Glück ganz schnell beantworten.
An Pfingsten schenkt Gott den Aposteln – und mit ihnen der ganzen Menschheit – den Heiligen Geist. Damit verbunden gerne auch gleich der Geburtstag der Kirche. Der Mensch braucht eben was Festes für die Feste. Und lässt mit großer Zufriedenheit und Gewissheit dann auch mal gerne alle fünfe gerade sein. Nur gerade jetzt scheint das ein Problem zu sein. Plötzlich hört man von sonst eigentlich grundvernünftigen Menschen seltsame Dinge. Alles ist schlimm, die anderen sind doof, es gibt keinen Grund zum Feiern, das ganze Corona-Getue. Gott hat uns vergessen, warum also Gottesdienst oder gar Pfingsten feiern? Manchmal weiß man gar nicht mehr, was nun schlimmer ist: Die Beschränkungen, die Pandemie oder die seltsamen Ideen der Mitmenschen. Noch schlimmer: das Ganze ist genauso viral wie die Viren. Unfug verbreitet sich genauso schnell, wie sich der Menschenverstand zurückzieht. Und die Suche nach einer wirksamen Strategie gegen die Verbreitung von Unfug ist genauso anstrengend, wie die Suche nach einem Coronaimpfstoff. Woran liegt das nur.
Vermutlich daran, dass es nicht reicht, mit überprüfbaren Fakten zu kommen. Auch die emotionale Ebene ist entscheidend! Die innere Beteiligung. Wie im Falle der Jünger. Es war doch ungeheuer mutig von den Jüngern damals, da einfach so in die Öffentlichkeit zu gehen und von dem zu reden, was sie bewegt. So emotional, dass alle den Eindruck hatten, sie seinen besoffen? Aber: Sie nehmen das in Kauf. Ist das dumm, naiv, gefährlich? Für uns im postmodernen Zeitalter kaum nachvollziehbar. Wie die Anti-Schutzmaßnahmen-Demos unserer Tage, oder Äußerungen gewisser Amerikanischer Trump-fatoren? Und wenn es tatsächlich nicht nachvollziehbar ist, woran liegt es, dass es damals anders war? Alles in einen Topf zu werfen ist fatal. Aber die Parallelität ist ein Zeichen dafür, dass uns etwas verloren gegangen ist? Nämlich den Mut aufzubringen, Wahrheiten laut auszusprechen. Weil wir Angst davor haben, in die gleiche Ecke gestellt zu werden, wie weltfremde Spinner oder Verschwörungstheoretiker. Weil es immer wieder Menschen gibt, die vernünftige Ansätze torpedieren, weil sie ihrem eigenen Freiheitsgefühl als Gefahr erscheinen. Kirche steht leider manchmal in dem Ruf auch so zu sein. Und mancher Bischof oder Kardinal trägt leider dazu bei. Oder das Agieren mancher Kirchengemeinden wie in Frankfurt oder Bremerhaven. Was für eine Zwickmühle, in die wir hineingeraten, wenn wir aktuelle Maßstäbe anwenden! Pfingsten wäre dann nämlich kein Fest mehr. Könnte kein wirkliches Fest mehr sein, sondern ein verkitschtes Klischee, eine bloße Geschichte unter Geschichten, Fakenews im besten Falle.
Aber darum geht es nicht! Es geht um etwas ganz Neues. Die christliche Botschaft, an Pfingsten für alle hör- und verstehbar, verändert Maßstäbe. Arme und reiche, gebildete und ungebildete, gesellschaftlich unten und oben stehende Menschen, sie alle sehen den Himmel offen. Sie werden aus Starre und Unbeweglichkeit, aus dem Trott des unentrinnbaren Alltags herausgerufen und herausgerissen. Ihnen wird gesagt, auch ihr gehört zu Gottes Volk. Ihr werdet anerkannt, ernst genommen und von Gott gebraucht. Damals haben sie gespürt, aus Kleinem kann Großes wachsen. Haben sich auf die Stimmen des Geistes eingelassen und sind fröhlich los gelaufen. Hinein in eine Zukunft, die sie noch nicht verstanden, von der sie aber sicher waren, dass Gott sie begleitet. Und das hat nichts mit Unfug zu tun, sondern lebt aus dem Vertrauen heraus, dass Gott es gut mit uns und dieser Welt meint. Und das ist etwas grundsätzlich anderes, als die eigene Meinung und das Bedürfnis der eigenen Freiheit über das Wohl der anderen zu stellen.
Pfingsten ist nicht in den Himmel schauen, auf Wölkchen, Flämmchen und Täubchen. Das ist Kitsch, fast hätte ich gesagt Unfug! Pfingsten bedeutet, dass wir auf uns schauen. Und auf das, was Gott uns geschenkt hat. Was Jesus uns vorgelebt hat. Was der Heilige Geist uns ermöglichen will. In uns können wir sehen und verstehen, was Pfingsten, was das Geschenk des Heiligen Geistes bedeutet.
Wo Menschen sich um Liebe, Frieden, Versöhnung, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Hoffnung und gelingendes Leben für alle bemühen.
Wo Menschen aufeinander zugehen, ohne Vorbehalt, ohne Vorurteil und Hass.
Wo Menschen Rücksicht aufeinander nehmen, zur Not Abstand einhalten, obwohl sie Nähe brauchen.
Wo Menschen sich der Welt als Geschenk bewusst sind und dementsprechend mit ihr umgehen.
Wo Menschen nicht nur sich, sondern auch den Nächsten sehen, da ist Gottes Geist.
Wir dürfen uns von ihm in Bewegung setzen lassen. Für uns selbst und für andere Menschen, denn dadurch wird unser Alltag verändert. Nicht durch Fakenews, Unfug oder Verschwörungstheorien.
Eine der vermutlich wirksamsten Strategien gegen Unfug und Unwahrheiten besteht darin, sie zu ignorieren. Sich des eigenen Standpunktes bewusst zu werden und sich selbst und den Nächsten als Gottes Geschöpf wahrzunehmen. Das haben die Jünger damals getan. Nein, wir sind nicht voll des süßen Weines! Und Petrus hat eine flammende Rede gehalten, die nicht ohne Wirkung geblieben ist. Durch ihren Mut gestärkt und durch die Kraft des Geistes bestärkt, dürfen auch wir uns gerade an Pfingsten in Bewegung setzen lassen. Für uns selbst und für andere Menschen. Und dadurch wird unser Alltag verändert. Nicht durch Verschwörungstheorien oder groben Unfug, sondern dadurch, dass sich Himmel und Erde immer wieder berühren. In uns, mit uns und durch uns, durch uns, die wir den Heiligen Geist geschenkt bekommen haben.
Amen.

FÜRBITTEN

Gott, wir bitten dich heute am Pfingstfest in besonderer Weise um deinen Heiligen Geist. Dass er uns Mut macht zum Leben; dass er uns Kraft gibt für neue Schritte; dass er in uns Hoffnung weckt. Schenke uns deinen Heiligen Geist. Dass er Augen und Ohren öffnet für Ungerechtigkeit und Not, damit sie beendet werden können. Dass er die Kraft gibt, nein zu sagen und nicht mit dem Strom zu schwimmen. Dass unsere Gemeinschaft untereinander gestärkt werde; dass er uns offen macht für Veränderungen; dass wir voller Freude im Glauben leben. Bring uns mit deinem Geist in Bewegung und begeistere uns. Denn, ob wir wollen oder nicht: Wir brauchen deinen Geist.
Den Geist der Freiheit gegen den Ungeist der Zwänge.
Den Geist der Großzügigkeit gegen den Ungeist der Kleinlichkeit.
Den Geist der Solidarität gegen den Ungeist des Egoismus.
Den Geist der Verbindlichkeit gegen den Ungeist der Unzuverlässigkeit.
Den Geist der Aufrichtigkeit gegen den Ungeist der Verlogenheit.
Den Geist der Demut gegen den Ungeist der Eitelkeit.
Den Geist des Friedens gegen den Ungeist der Gewalt.
Wir bitten dich, sende uns deinen Geist und lass ihn in uns und durch uns wirken.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns seinen [+] Frieden.

Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


Samstag 30.05.2020

Tageslosung

Bileam sprach: Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht übertreten das Wort des HERRN. 4Mose 22,18

Lesung zum Tage

Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott redet, so reden wir vor Gott in Christus. 2Kor 2,17

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, gib uns Kraft für einen Tag! Kraft Tag um Tag. Damit wir voranschreiten, Stück für Stück. Nicht überstürzen, sondern sehen, was gut tut.
Gott, wir bitten nur für diesen einen Tag, dass Du uns gibst, was wir brauchen.
Amen.


Freitag 29.05.2020

Tageslosung

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen. Ps 35,28

Lesung zum Tage

Die Jünger kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott. Lk 24,52–53

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, mit Dir an unserer Seite können wir jeden Weg gehen. Auch den unbequemen.
Darum, Gott, lassuns immer Deine Gegenwart spüren, wenn wir glauben, uns zu verrennen.
Amen.


Donnerstag 28.05.2020

Tageslosung

Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. (Psalm 25,16)

Lesung zum Tage

Der Kranke antwortete Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! (Johannes 5,7–8)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, eigentlich wissen wir, dass wir aus unseren Erfahrungen lernen können. Aber ob wir das immer tun, ist eine andere Sache.
Darum Gott, ermutige uns, gute Erfahrungen zu behalten, Fehler nicht zu wiederholen, sondern aus ihnen zu lernen. Denn dann haben auch diese ihre positive Seite.
Amen.


Mittwoch 27.05.2020

Tageslosung

Der HERR wird’s vollenden um meinetwillen. Ps 138,8

Lesung zum Tage

Paulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Phil 1,6

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wie die Luft Töne und Geräusche zu uns trägt, so willst Du uns durch deinen Heiligen Geist gute und hoffnungsvolle Gedanken schenken.
Gib uns den Mut, sie aufzunehmen und durch sie gestärkt in die Zukunft zu gehen.
Amen.


Dienstag 26.05.2020

Tageslosung

Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. (Psalm 14,2)

Lesung zum Tage

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Römer 12,2)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Bei dir, Gott, sind alle willkommen. Du freust dich über jeden Menschen, der den Weg zu dir findet und der mit dir redet.
Deine Tür steht für jeden von uns offen.
Dafür danken wir dir.
Amen.


Montag 25.05.2020

Tageslosung

HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken. (Psalm 5,4)

Lesung zum Tage

Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen. (Epheser 6,18)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit. Jeden Tag gibst Du uns die Chance unser Leben neu in die Hand zu nehmen. Und es liegt ganz an uns selbst, mit welcher Einstellung wir einen neuen Tag anfange. Ob schlecht gelaunt den Tag zu beginnen, oder sich an den ersten Sonnenstrahlen erfreuen. Danke, Gott, dass wir jeden Tag eine neue Chance bekommen. Amen.


Sonntag 24.05.2020

EINGANG

Der Sonntag „Exaudi“ steht mit seinen Texten und Gebeten in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Die Gedanken richten sich auf die Bitte um den Heiligen Geist. Nach seinem Weggang, seiner Himmelfahrt, hatte Jesus seinen Nachfolgenden versprochen, ihnen den Geist zu schenken. Als Richtungsweisung für die Nachfolge. Die Richtungsweisung im Versprechen des Heiligen Geistes gilt bis heute. Auch wir sollen weiter Jesus nachfolgen. Auf dem Weg des Geistes in das himmlische Leben.  Denn Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Joh 12, 32). Exaudi – der Name des heutigen Sonntags – er stammt aus Psalm 27, dem Wochenpsalm. “Herr, höre! Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe! Sei mir gnädig und erhöre mich!” Voller Erwartung und gar nicht zimperlich sollen und dürfen wir Gott anrufen, um seinen Geist bitten  und darauf vertrauen, dass er uns hört und immer wieder neu uns seinen Geist senden will.

PSALM 27 i.A. [Luther2017]

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir! Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils! Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN! 

TEXT Johannes 16, 5-15 [Luther2017]

Der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Christus hat sich von seinen Freundinnen und Freunden verabschiedet. Was wird nun, fragen sie ihn. Was sollen wir tun, ohne dich? Jesus sagt: Habt keine Sorge. Ich gebe euch den Heiligen Geist. Wartet auf ihn. Er wird kommen und euch in die Zukunft begleiten. Was an Pfingsten geschieht, wird hier angekündigt: Jesus, so erzählt es Johannes in Kapitel 16, spricht zu seinen Jüngern: Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen.

LIED EG 136, 1+4+7; O komm du Geist der Wahrheit  

IMPULS

Mir war ja mein Computer abgestürzt. Gut 14 Tage her. Nichts ging mehr. Meine Daten waren alle noch da – Gott sei Dank – und das meine ich im wahrsten Wortsinne. Aber alle Programme und Zugänge waren weg. Ich musste alles neu machen. Und um Zugang zu Programmen und Diensten zu bekommen oder das eine oder andere wieder ans Laufen zu bekommen, brauchte ich meine Passworte und die Zugangsschlüssel. Damit die Programme mich sozusagen reinlassen, mein Computer sie wieder versteht. Und so ist das ja auch bei anderen Sachen. Um an sie heranzukommen, oder sie zu verstehen, da braucht es so etwas wie einen Schlüssel.
Ein Schlüssel, der uns einen Raum oder einen Ort aufschließt, eine Situation erschließt, oder manchmal auch einfach nur den Verstand öffnet. Oder auch einfach nur ein Programm, einen Computer, eine Tür.

Jesus hat das für uns auch gemacht. Uns etwas aufgeschlossen, freigegeben, erschlossen. Er hat uns Zugang verschafft, uns eine Tür geöffnet.
Wenn ich beim Vater bin, – hat er gesagt – werde ich euch den Beistand schicken. Das ist der Geist der Wahrheit, der vom Vater kommt. … Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun … Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Und an anderer Stelle sagt er – wir haben es im Wochenspruch gehört: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.
An Himmelfahrt denken wir an diese Erhöhung Jesu. Gefeiert haben wir dies leider dieses Jahr nicht – es ging nicht! Aber die Erinnerung bleibt bestehen: Er ist nun beim Vater angekommen. Und bis er wiederkommt, haben wir den Heiligen Geist als Begleiter. Jesus ist uns also schon einmal vorausgegangen. Vorausgegangen in Gottes ewiges Reich. Den Himmel, wie wir auch manchmal sagen. Er ist vorgegangen und dort hält er uns sozusagen schon mal die Tür auf. Nur ist das ja noch ein bisschen weit weg. Und manche Menschen könnten mit Recht fragen: Was haben wir im hier und jetzt davon?
Meine Antwort wäre: Na ja, zumindest das Wissen, dass da eine Tür ist. Und das diese Tür uns offen steht.
In der Taufe schließt uns Jesus die Tür zum Reich Gottes auf. Und solange wir noch nicht dort sind, begleitet uns der Heilige Geist auf dem Weg dorthin. Und da das schwer zu verstehen ist, möchte ich einen Alltagsvergleich nutzen: Dieser Schlüsselbund kann dabei helfen.

Jeder weiß, wie notwendig Schlüssel sind. Egal ob reale Schlüssel, wie diese hier, oder virtuelle, wie Passworte oder Logindaten. Sie sind wirklich wichtig. Das spüren wir besonders dann, wenn wir sie vergessen haben oder nicht dran kommen.

Ich fange mit diesem kleinen hier mal an, einen Briefkastenschlüssel. So klein er ist, so wichtig kann er sein. Denn ohne Briefkastenschlüssel erreichen uns wichtige Mitteilungen gar nicht. Ohne Passwort, empfangen wir keine Emails, oder WhatsApp-Nachrichten. Der Briefkastenschlüssel soll symbolisch für das Bemühen und die Möglichkeit stehen, dass uns Jesu Botschaft erreichen kann. Die Zusage Jesu, dass Gott es gut mit uns meint und uns nicht verloren gehen lassen will. Dazu muss ich die Bibel aufschlagen, mich im Gebet öffnen oder am Gottesdienst als Hörender teilnehmen.

Dieser Schlüssel ist mein Autoschlüssel. Ohne ihn komme ich nicht einmal ins Auto hinein. Und wenn ich damit das Auto starte, entwickelt der Motor seine Schubkraft, wenn er als Zündschlüssel alle PS-Kräfte freisetzt! So ähnlich will uns auch die Zusage und die Gabe des Heiligen Geistes in Bewegung setzen. Zu den Menschen und zu Gott. Wir sollen in Bewegung gesetzt werden um an ein Ziel zu gelangen. Und vielleicht dabei sogar noch andere Menschen mitnehmen.

Auch an einen Hausschlüssel lässt sich denken: Er öffnet uns unsere Zuflucht und lässt uns in die Geborgenheit einer Wohnung eintreten und zu Hause sein. Und wer diesen Schlüssel verloren oder vergessen hat, weiß in welche Schwierigkeiten er dadurch gerät. Zuhause ist wichtig. Zuhause, da sind Menschen, die sich um mich kümmern. Und was für ein Drama, wenn ein Schlüssel abbricht! Ich keinen Kontakt mehr zu mir wichtigen Menschen habe. Viele haben das in den letzten Wochen spüren müssen.

Besonders ist der Kirchenschlüssel. Ein großer und alter Schlüssel. Schon viele Generationen haben ihn benutzt. Er ist sozusagen Einlasszeichen in den Gottesdienst. Die Tür zu Gottes Haus steht uns damit offen. Auch, wenn wir Maske tragen, uns erst in Listen eintragen und die Hände desinfizieren müssen. Gott kennt uns und nimmt uns an.

Christus hat uns durch Tod und Auferstehung alle Türen geöffnet. Mit seiner Himmelfahrt und durch die Gabe des Heiligen Geistes hat er uns den Weg gewiesen. Und so dürfen wir uns über den freien Zugang zu Gottes Liebe freuen. Jetzt! – Und am Ende der Zeit.

Diesen Schlüssel, also – oder um nochmal auf den Computer zurückzukommen – das Passwort, den Zugang hat Jesus Christus zusammen mit dem heiligen Geist der Kirche zur Verwaltung übergeben. Denn er ist nicht mehr da, um das alles selbst zu übernehmen. Aber weil wir nun durch den Heiligen Geist Zugang haben, darum reden und handeln wir jetzt in seinem Namen und mit der Vollmacht des Geistes und dürfen als Gemeinde gemeinsam dem Ort entgegenleben, für den Jesus uns die Tür aufhält.

Ein schönes Bild, wie ich finde.
AMEN.

LIED LzHE 2, 1-3; Da berühren sich Himmel und Erde 

FÜRBITTEN

Danke, Gott, dass du uns Jesus gegeben hast, Weg und Wahrheit und Leben. Mit ihm und durch ihn hast du uns die Tür in dein Reich weit geöffnet. Bitte, Gott, gib uns nun auch deinen Geist. Gib uns Weisheit und Festigkeit, unseren Wünschen Grenzen zu setzen, unsere Sorgen dir zu überlassen. Gib uns Mut und Geduld, die derzeitigen Herausforderungen in unserem Land und in der Welt zu bestehen. Gib uns den Mut zur Liebe und die Geduld zum Warten. Das bitten wir auch für alle, die uns nahe stehen, die wir lieben, die uns Sorgen machen, die uns ängstigen oder ärgern. Gib deinen Geist allen, die leiden, den Kranken und Sterbenden, den Einsamen und Traurigen. Entzünde in der Christenheit das Feuer der Liebe und mach uns allem zum Trotz zum Licht der Welt, wie du verheißen hast. Sei bei uns auf all unseren Wegen und begleite uns mit deiner Liebe. Rufe uns alle immer wieder beim Namen, richte uns aus auf deinen Weg, erneure uns mit deinem Licht  und schenke uns deinen Geist und Segen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns seinen [+] Frieden.

Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


Samstag 23.05.2020

Tageslosung

Mose sprach: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes. (5. Mose 11,26–28)

Lesung zum Tage

Dient dem Herrn Christus! Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person. (Kolosser 3,24–25)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Noch einmal aufs Neue: Danke! Und …
… Amen.


Freitag 22.05.2020

Tageslosung

Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR. (Jeremia 31,20)

Lesung zum Tage

Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. (Lukas 15,20)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Jeden Tag wünsche ich mir wenige Minuten für mich ganz allein. Das hört sich nicht nach viel an. Aber dann, wenn es gelingt, tut es gut.
Ein paar Minuten in denen ich mich ganz auf mich konzentriere. Das tut gut und gibt mir das Gefühl dir, Gott, ganz nah zu sein.
Amen.


Donnerstag – Himmelfahrt 21.05.2020

Tageslosung

Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge! (Psalm 97,10)

Lesung zum Tage

Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. (Epheser 4,15)

Spruch zum Tage

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32)

Impuls zum Tage

Was Besonderes an Himmelfahrt machen. Also nicht an Vatertag. Nein ich meine schon Himmelfahrt. Ein besonderer Gedanke zu diesem Tag.
Jesus wird in den Himmel aufgenommen. Diese Geschichte einmal besonders erzählen.
Lange habe ich gedacht, ich müsste mal einen Aufzug dazu nutzen. Tür auf. Tür zu. Ab nach oben. Und dann wieder raus. Angekommen. Aber ob das so wirklich passt. So ein Aufzug kann auch mal steckenbleiben. Oder gar, wenn alle Stricke reißen, abstürzen. Keine schöne Vorstellung, dann da drin zu sitzen. Ohne Ausweg in die Tiefe.
Was könnte es sonst geben? Rakete oder Raumschiff? Hatte wir schon mal vor ein paar Jahren in der Stadthalle Werth. War eigentlich auch ganz nett. Erinnerte an Henoch, Elias oder Hesekiel, die Propheten, die zu Gott gelangten und deren Geschichten locker einen guten Science-Fiction-Film ausmachen könnten.
Jedenfalls geht es doch darum, dass Jesus zum Himmel auffährt, emporgehoben wird zu seinem Vater. Also doch Vatertag – irgendwie jedenfalls.
Ich könnte ja mal Jesus fragen, also den Jesus aus Oberammergau, Rochus Rückel fragen, wie jüngst die Katholische Nachrichtenagentur. Der ist ja Student für Luft- und Raumfahrttechnik. Und Drachenflieger. Jedenfalls wusste er zu berichten, wie wichtig es sei, auf die Thermik und die Wolken zu achten und das einer seiner Professoren darauf hingewiesen hatte, dass Jesus viel zu wenig Fläche für einen gescheiten Auftrieb bieten würde, Thermik und Wolken hin oder her.
Das bringt mich aber auf eine andere Idee. Für dieses Jahr zu spät, aber vielleicht nächstes Jahr. Es müsste sich eine Wolke besorgen lassen, die schwebt. Und unter schauen Füße raus.
Und am Boden nur noch Fußabdrücke und die Jünger drum herum.

Nein, das gibt es leider auch schon.
So sah ein Künstler Christi Himmelfahrt in einer Notenhandschrift des Franziskanerklosters Graz von 1492.
Nun gut. Also weiter denken.
Wobei wichtig ist ja eigentlich nur eines. Nämlich das, was der Himmelfahrtstag uns sagen will. Durch Jesus Christus steht der Himmel ab sofort allen offen. Jesus ist nicht einfach verschwunden und an einen geheimnisvollen Ort über unseren Köpfen.
Mit dem in den Himmel Aufsteigen Jesu feiern wir den Glauben daran, dass dieser Zustand nun für alle Menschen möglich ist. Die Nähe Gottes, gerne auch einfach „der Himmel“ genannt, steht uns allen offen. Wir gehen nicht verloren, denn wo wir auch sind, egal wo wir uns befinden, Gott will uns nahe sein. Und an Himmelfahrt feiern wir, dass sich das ganze Weltall, dessen Teil wir ja auch sind, überall zum Himmel wandeln und weiten kann. Und wir darin geborgen sind. Allen Krisen zum Trotz. Na, das sind doch schöne Aussichten für Himmelfahrt, oder?

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
In Jesus Christus bist du Mensch geworden. In seiner Auferstehung hast du den Tod überwunden.
Du Auferstandener Gott, du verbindest Himmel und Erde. Durch dich ist der Himmel nah. Zeige uns deinen Himmel, damit Hass und Feindschaft enden.
Zeige uns deinen Himmel, damit wir hinter uns lassen, was uns in Streit führt. Was uns hier, auf der Erde, voneinander trennt, das überwinde.
Du Auferstandener, wir bitten dich: Breite deinen Himmel aus und schaffe Neues. (nach einem Gebet der VELKD)

Amen.


Mittwoch 20.05.2020

Tageslosung

Der Gerechte erkennt die Sache der Armen. (Sprüche 29,7)

Lesung zum Tage

Gott ist nicht ungerecht, dass er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient. (Hebräer 6,10)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wenn es in unserem Leben stürmt und die Welt einzustürzen droht, hilf uns Gott, dass wir den Sturm nicht nur zu bekämpfen versuchen, sondern auch als Chance sehen.
Als Chance das Leben neu zu ordnen, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und vielleicht sogar den Wind des Sturms zu nutzen um Fahrt auf zu nehmen in eine neue Richtung.
Amen.


Dienstag 19.05.2020

Tageslosung

So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben? (Hesekiel 33,11)

Lesung zum Tage

Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. (Lukas 19,8)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.

Barmherziger und guter Gott, segne diesen Morgen, den du mir geschenkt hast, dass es ein Tag des Heils werde, ein Tag, der mir und den Menschen um mich herum Segen bringt und Früchte trägt, die bleiben. Segne mich und alles, was ich heute in die Hand nehme, was ich anpacke, berühre, forme und gestalte. Lass meine Arbeit zum Segen werden für andere. Segne mich, damit ich selbst zu einer Quelle des Segens werden darf für die Menschen, denen ich heute begegnen werde. (Anselm Grün)

Amen.


Montag 18.05.2020

Tageslosung

HERR, du gabst unsern Vätern deinen guten Geist, sie zu unterweisen. (Nehemia 9,20)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14,26)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem andern zu unterscheiden. (REINHOLD NIEBUHR, 1943)

Amen.


Sonntag 17.05.2020

EINGANG

Nach Jubilate – Jubelt und Kantate – Singt, heißt es am heutigen Sonntag: Rogate – Betet! Und es ist wundervoll, wieder hier in der Christuskirche und an vielen anderen Orten in Gemeinschaft beten zu können. Singen, das dürfen wir vorerst noch nicht. Wir müssen noch ein wenig abwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Wir tun das, was wir können im Rahmen dessen, was wir dürfen, ohne dabei ein Risiko für alle Beteiligten einzugehen. Darum auch die Sicherungsmaßnahmen. Also freuen wir uns darüber, dass wir Schritt für Schritt wieder Gemeinschaft pflegen dürfen und können. Freuen wir uns darüber, dass Gott uns einlädt, mit ihm zu reden und ihm anzuvertrauen, was uns bewegt. Und wir dürfen zu ihm kommen, ob im gemeinsamen Gottesdienst, oder auch ganz für uns allein, mit all den Dingen, die uns belasten und mit den Dingen, die uns freuen. Denn: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66,20)
So sagt es uns heute der Spruch für den Sonntag und die kommende Woche.

PSALM 95, 1-7a [Luther2017]

Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!  Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

TEXT Lukas 11, 1-13 [Luther2017]

Wie kann ich mit Gott reden? Was kann ich sagen? Wie soll ich beten? Gibt es da vielleicht eine Richtlinie für das richtige Beten? Eine Gebrauchsanweisung? Kann man das lernen? Im 11. Kapitel des Lukasevangeliums ist nachzulesen, wie das Vaterunser zu den Menschen kam. Und es ist deutlich, dass es nicht nur bei den Worten bleiben kann. Den Worten des Gebetes müssen Taten folgen. Und Gott lässt Taten folgen. Und das ist manchmal nicht folgenlos für uns.

Und es begab sich, dass er [Jesus] an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.
Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

LIED EG 243, 1+4+6; Lobt Gott getrost mit Singen

IMPULS

Bislang hatten wir ihn wohl übersehen – den Stein vor der Kirchentür. Er ist aufgefallen, als wir die Kirche für den Sonntag vorbereitet haben. Seit Ostern wurden sie in Bocholt verteilt – die Glückssteine. Zeichen für gute Wünsche und Hoffnung. Am Donnerstag haben wir also einen vor unserer Kirchentür gefunden. Wie lange er da schon liegt – wir wissen es nicht, denn wir waren schon so lange nicht mehr in der Kirche. Aber scheinbar war einem Menschen ein guter Wunsch wichtig. Auch für uns. Der Stein vor der Tür als stilles Gebet!
Was für ein Hoffnungszeichen, in einer Zeit, da das Beten scheinbar unmodern geworden ist. Einer Zeit, in der für Religion nur wenig und für das Gebet kaum Zeit und Raum ist. Und das auch schon vor Corona. Andere Dinge waren und sind wichtiger, vordringlicher.
Wo wird, außer in den Kirchen, überhaupt noch gebetet? Im stillen Kämmerlein vielleicht. Kaum im öffentlichen Raum. Höchstens noch nach Katastrophen. Im Fernsehen aus großen Kirchen mit berühmten Menschen. Frei nach dem alten Motto: Not lehrt Beten. Mindestens für die Medien stimmt der Satz. Wo reales Grauen unseren gesellschaftlichen Alltag unterbricht und die Medien es thematisieren, da ist dann auch in ihnen Platz für Trauer, Rituale und Gebete. Ganze Gottesdienste werden dann plötzlich übertragen.
Oder aber im Kleinen. Wir stellen zum Glockenläuten Kerzen ins Fenster als Zeichen zum stillen Gebet.
Und sonst? Da sind wir doch schon sehr auf das Pragmatische gepolt. Viele halten Gott für überholt und versuchen nicht einmal, Gott überhaupt für sich zu entdecken oder gar zu suchen. Denken gar nicht daran, mit ihm zu sprechen, und erst recht nicht daran, diesen Gott um etwas zu bitten. Kein Wunder, dass ein Mensch dann Gott nicht findet.
Jesus macht im Bibelwort für den heutigen Sonntag einen schlichten, aber wesentlichen Vorschlag: „Wenn ihr nicht wisst, was ihr sagen sollt, dann sagt doch einfach: Vater unser …“  und erläutert dazu: „Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan.“
Vielleicht – so will er sagen – kommt ihr deswegen nicht in Kontakt mit Gott, weil ihr nicht bittet. Vielleicht findet ihr deswegen nichts, weil ihr nicht sucht. Vielleicht macht euch deswegen niemand die Tür auf, weil ihr nicht auf den Gedanken kommt, anzuklopfen. Dass man in auswegloser Situation eine Instanz herbeisehnt, auf die man sonst weniger angewiesen scheint, liegt auf der Hand. Jetzt in der Krisenzeit rund um CoVid 19 haben wir ja ein sehr gespaltenes Verhältnis dazu, uns etwas sagen zu lassen. Oder auf Instanzen angewiesen zu sein, die uns sonst eher mäßig interessieren und auf die gerne und oft, ja auch in normaler Zeit, geschimpft wird. Und vielleicht bitten, suchen und klopfen deswegen Menschen nur in scheinbaren Notsituationen. Meinen eh alles besser zu wissen und sich selbst schon besser allein helfen zu können. Not lehrt vielleicht beten! Aber die wenigsten machen dann aus der Not bzw. aus dem Gebet eine Tugend. Und es sind Zweifel angebracht, ob ein aktuelles Stoßgebet aus der Not geboren, das Leben auch noch nach überstandener Krise religiöser macht. Vielleicht hängt das ja damit zusammen, dass viele meinen, dass so wenige Gebete in Erfüllung gehen? Ja, Jesus hat gesagt: „Bittet, so wird Euch gegeben! Klopft an, so wird euch aufgetan!“ Also bitte, her damit!
Doch so ganz einfach ist das nun auch wieder nicht. Denn zunächst einmal muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass Gebetserfüllung so funktioniert wie Aladins Wunderlampe. Gott ist kein Flaschengeist, so ein dienstbares Fabelwesen, das augenblicklich Wünsche Realität werden lässt. Er ist der unabhängige Gott. Er ist auch nicht so etwas wie ein Zigarettenautomat für Gebete. Gebet oben rein, Erfüllung unten raus. Gott ist anders. Wir verfügen nicht über ihn, sonst wäre er ja nicht Gott. Ob und wann und wem beten nützt, kann nur durch das Beten selbst herausgefunden werden. Und wenn ich es tue, nützt es schon. Schon allein deshalb, weil ich dadurch mich selbst und die Menschen um mich herum mit anderen Augen sehe.
Vermutlich werde ich mit meinem Gebet nicht Katastrophen verhindern, oder andere Menschen in ihrem Verhalten ändern. Aber im Gebet halte ich mir – und im besten Falle auch anderen – den Spiegel vor. Und damit halte ich mir auch eine Zukunft offen, die vielleicht an anderer Stelle verschlossen wäre. Das bedeutet: Beten verändert vielleicht nicht die Welt. Aber die, die beten können es tun. Durch das Gebet und durch die Einsichten und Ansichten, die neuen Perspektiven die ich gewinne. Und auf diese Weise hilft das Beten dann eben doch. Nur manchmal eben anders, als wir oft meinen.
Ich muss verstehen: Beten hilft und tut gut. Aber auch: Gott ist nicht der Erfüllungsgehilfe meiner Phantasien. Beten heißt Gottes Antwort suchen, wo und wie ich vielleicht nicht damit rechne. Beten heißt sich selbst in Bewegung setzten und handeln. Ich muss mich schon selbst aufmachen und reagieren. Sich darauf zu verlassen, dass die Not einen beten lehrt, und dann alles gut wird, greift daher zu kurz. Beten heißt, den ersten Schritt tun und nicht erst abwarten, dass etwas passiert. Darum ist es gar nicht so verkehrt, schon in der Kindheit beten zu lernen. Oder einen Stein zu bemalen und vor die Kirchentür, oder an andere besondere Plätze zu legen. Eigentlich geht das ganz leicht. Kurz, knapp und gerne fröhlich. Und sein Sie sicher: Gott wird es hören. Amen.

FÜRBITTEN

Jubilate – Kantate – Rogate. Ich möchte Jubeln. Ich möchte Singen. Ich möchte beten. Ich möchte Jubeln über das, was mir gelingt. Ich möchte singen in Einklang mit mir, mit dir, mit allen anderen, mit den ich verbunden bin. Ich möchte beten, mit dir reden, Gott. Dir alles erzählen, was ich erlebt habe, was ich getan habe, was ich versäumt habe, was mich freut und was mich ärgert, worauf ich stolz bin und wofür ich mich schäme, was mir schwer fällt und was ich nicht verstehe, was ich mir wünsche und was ich hoffe, was ich tun will und was ich lassen will. Aber manchmal fällt mir das alles schwer. Ich finde keine Worte, nicht den richtigen Ton, die Gedanken überschlagen sich, die Sorge um die Zukunft, ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll. Weiß noch nicht einmal, ob du mich hörst. Dann möchte ich einfach so an dich denken und ganz still werden. Mich innerlich freuen, ein gutes Wort finden, einen guten Gedanken, einen Schimmer der Hoffnung. Ich weiß, dass du da bist. Ich glaube, dass du mir zuhörst. Ich hoffe, dass du auch zu mir sprichst und dass ich es spüre. Und mich dann auf den Weg mache. Voller Hoffnung und Zuversicht. Jubelnd, singend, betend.Du hörst uns, Gott, wenn wir zu dir beten. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden.  Wir beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die dein Sohn uns gab:

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns seinen [+] Frieden.

Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


Samstag 16.05.2020

Tageslosung

Der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich. (Jesaja 51,6)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. (Lukas 21,33)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.

Herr, mein Gott, ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast. Ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen ließest. Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt. Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages und hilf, dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben. Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele. Gott, dein heiliger Name sei gelobt. (Dietrich Bonhoeffer)
Amen.


Freitag 15.05.2020

Tageslosung

Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not. (5. Mose 26,7)

Lesung zum Tage

Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? (Lukas 18,7)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Statt vieler Worte, eine Botschaft an der Kirchentür:

   Amen.


Donnerstag 14.05.2020

Tageslosung

Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht? (Hiob 13,9)

Lesung zum Tage

Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr an euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? (2. Korinther 13,5)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Deine Nähe, Gott, ist für uns wichtig.
Auch wenn wir nicht beweisen können, dass du immer da bist, so vertrauen wir doch fest darauf.
Du willst uns eine große Stütze in unserem Leben sein.
Mir dir ist das Leben besonders lebenswert.
Amen.


Mittwoch 13.05.2020

Tageslosung

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. 1. Könige 8,39

Lesung zum Tage

Unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort. 2. Thessalonicher 2,16–17

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, du bist immer auf dem Laufenden bist, denn du bis immer bei uns.
Begleitest uns an guten wie an schlechten Tagen.
In dieser Umbruchzeit wünschen wir allen,  die jetzt vor Prüfungen stehen, dass sie die Nerven behalten und sie in dem, was für sie nötig ist, auch auf dem Laufenden sind und ihr Wissen erfolgreich anbringen können.
Amen.


Dienstag 12.05.2020

Tageslosung

Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. 1. Kön 3,5.9

Lesung zum Tage

Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei. Phil 1,9–10

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Schenke uns wache Augen, die nicht nur das Übliche sehen.
Schenke uns offene Ohren, die auch hören was nicht offensichtlich ist.
Denn allzu oft übersehen und überhören Wir wie es den Menschen um uns herum wirklich geht.
Schenke mehr Zeit und Aufmerksamkeit, die wir anderen Menschen zukommen lassen.
Amen.


Montag 11.05.2020

Tageslosung

Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, unsre Väter haben’s uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, vor alters. Ps 44,2

Lesung zum Tage

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Lk 10,39

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Oft merken wir, Gott, dass wir mit zweierlei Maß messen.
Was wir bei anderen nicht beanstanden würde, finden wir an uns selbst ganz schlimm, oder wir gehen mit anderen strenger um als wir es mit uns tun.
Lass zu, dass wir uns selbst objektiver betrachten und nicht zu steng mit anderen umgehen.
Denn oftmals sind die Dinge nicht so schlimm, wie wir es manchmal denken.
Amen.


SONNTAG 10.05.2020 KANTATE

 

EINGANG

Die Gedanken und Texte sind zum 4. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Kantate. Nach Jubilate – Jubelt – am vergangenen Sonntag, soll es heute heißen: Kantate – Singt! Singet dem Herrn ein neues Lied. Es wäre schön, wenn wir dies gemeinsam aus vollem Herz und voller Seele tun könnten, mit unseren kleinen und großen, hohen und tiefen, leisen und lauten Stimmen. Aber bis dies soweit ist, müssen wir noch ein wenig warten. Wir können zwar ab dem kommenden Sonntag wieder in der Kirche miteinander Gottesdienst feiern und dort auch der Musik lauschen, oder leise mitsummen; allein das gemeinsame Singen, es wird noch warten müssen. Dabei wissen wir doch: Singen kann befreien. Singen kann fröhlich machen. Singen kann auch Klagen, Sorgen ausdrücken. Singen kann Hoffnung machen. Und alles, was wir an Dank und Bitte, Klage und Hoffnung vor Gott bringen, ist gut bei ihm aufgehoben. Fröhliches wie Trauriges, gesungen, gesprochen oder gedacht.  Darum gilt heute die Aufforderung: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Ps 98,1) Auch, wenn wir noch jede und jeder für uns allein singen müssen.

PSALM 98 [Luther2017]

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

TEXT Apostelgeschichte 16, 23-34 [Luther2017]

1804 erschien erstmals Johann Gottfried Seumes Gedicht „Die Gesänge“ in der “Zeitung für die elegante Welt”. „Wo man singet, laß dich ruhig nieder. Ohne Furcht, was man im Lande glaubt, wo man singet, wird kein Mensch beraubt. Bösewichter haben keine Lieder.“ Diesen Vierzeiler hat der Volksmund verkürzte zu dem sprichwörtlichen Zweizeiler: „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Oder nach Heinz Erhardt: “Singe, wem Gesang gegeben! Wer´s nicht kann, soll einen heben!” Singen befreit. Singen macht gute Laune. Übrigens schon eine biblische Erfahrung.
Die passende Geschichte dazu lesen wir bei Lukas in der Apostelgeschichte im 16. Kapitel [23-34]:

Nachdem man sie [Paulus und Silas] auf Befehl der römischen Beamten in Philippi hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen, und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offenstehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen.  Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier!  Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

LIED EG 690 Auf Seele Gott zu loben 

IMPULS

Jetzt, wo Kunst und Kultur weitgehend brach liegen und vielen Menschen fehlt, wie sicherlich auch unsere Gottesdienste in der Kirche, ist eine große Sehnsucht danach zu spüren. In Italien sang die Bevölkerung von den Balkonen der Isolation entgegen. Die EKD empfahl das abendliche Singen von „Der Mond ist aufgegangen“. Am Ostersonntag hat unser Posaunenchor im Zusammenspiel mit Musikern in ganz Deutschland dem Auferstehungsfest Klang verliehen. Und vielen Menschen hat das gut getan.
Was Musik doch so alles bewirken kann.
Da hab ich einmal einen schlechten Tag erwischt. Da mache ich das Radio an und höre ein Lied über das ich mich freue. Oder höre meine Lieblingsplaylist auf Spotify. Dann kommt es vor, dass ich eine Melodie nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Und es stört mich kein bisschen. Denn plötzlich ist dann kein Platz mehr für trübe Gedanken. Ich erlebe ein Stück Freude und Freiheit. Fange an, vor Freude und Dankbarkeit zu Pfeifen, Summen oder Singen.
In der kommenden Woche hätten sich wieder einmal die Schlagerstars und -sternchen zum 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam treffen sollen. Und egal – ob gelungen oder nicht, – ob Stimmchen oder Stimme, – ob siegreich oder nicht, sie hätten wieder einmal eine riesen Party daraus gemacht.
Unter normalen Umständen hätten sich Wochenende um Wochenende Zehntausende zu den Fußballspielen in den Stadien versammelt und für ihre Mannschaften ihre Begeisterung heraus gegrölt: “Steh auf, wenn du am Boden bist!” oder “We are the Champions”.
Was Musik doch so alles bewirken kann! Sie kann trösten und sie kann frei machen. Sie kann Menschen miteinander verbinden. Sie kann ermutigen. Und wir merken es besonders, wenn es uns fehlt.
Auch im Gottesdienst ist Gesang eine tragende Säule. Durch Gesang lässt sich vieles ausdrücken, was man sonst kaum in Worte fassen kann. Schon im alten Israel hatte man ein Gesangbuch für den Gottesdienst: Die Psalmen.
Nur müssen wir im Augenblick als Gemeinschaft darauf verzichten. Auf der anderen Seite fragen sich viele durchaus, ob das alles überhaupt noch in unsere heutige Zeit passt. Also weniger das Singen, als das Gott zu loben und zu danken. Ich finde: Ja! Und gerade in dieser schwierigen Zeit.
Darum haben wir zum Sonntag Kantate, dem Sonntag der Musik, die eben gehörte Geschichte ausgesucht. Eine Geschichte, in der ein Lied etwas Grandioses in Gang setzt und das, obwohl wir nicht einmal erfahren, welches Lied das war.

Paulus und Silas sitzen im Gefängnis. Nach Misshandlungen und unter verschärften Haftbedingungenerwarten sie ihr Urteil. Paulus hatte den Fehler begangen, einigen Herren ihr Geschäft zu verderben. Er hatte einer Magd, die von einem bösen Geist besessen war und dadurch wahrsagen konnte, eben diesen bösen Geist ausgetrieben. Kurz, er hatte ihr ein normales Menschsein wiedergegeben. Weil er aber damit den Besitzern ihre Einnahmequelle entzogen hatte, wurde Paulus, und Silas mit ihm, verfolgt. Die Herren der Magd rächten sich. Sie schleppten Paulus und Silas vor Gericht, ließen sie verprügeln und einsperren. Und dort saßen die beiden nun im tiefsten Kerker. Um Mitternacht dann, wie es die Christen damals oft taten, beteten sie und lobten Gott mit Gesang. Ein ziemlicher Kontrast: Gefangen, bedroht an Leib und Leben, und doch Gott loben. Und es geschieht das Unwahrscheinliche! Ein Erdbeben kommt, die Fesseln und die Kerkertüren öffnen sich. Nur, dass die Gefangenen nicht fliehen. Für den Aufseher im Kerker war das so unfassbar, dass er von sich aus die beiden Apostel freiließ und sich und seine ganze Familie taufen ließ.

Jetzt aber bitte kein Missverständnis! Gott lässt sich weder durch ein gestammeltes Gebet, noch durch ein Kirchenlied oder eine perfekt vorgetragene Bach-Kantate herbei dirigieren. Und auch Corona lässt sich nicht einfach wegsingen. Das wäre zwar schön, ist aber Blödsinn. In allem bleibt es immer Gott selbst überlassen, auf das Gotteslob zu antworten. Aus den Erfahrungen, dass Gott auf menschliches Loben und Preisen geantwortet hat, darf man nicht gleich auf eine Selbstverständlichkeit oder einen Automatismus schließen. Gottes Antwort ist und bleibt ein Geschenk.

Allerdings! Paulus und Silas haben dieses Geschenk erfahren. Wie andere Menschen vor und auch nach ihnen. Und das in einer Situation, wo es um ihr Leben ging. Viele Menschen meinen ja, loben und danken lohnt sich nur dann, wenn es mir gut geht; wenn ich mich beschenkt fühle, wenn ich Freude erlebt habe.

Aber wie kann ich Gott loben und danken, auch wenn es mir schlecht geht? Wenn ich Leid erfahre, von anderen isoliert bin, mich alleine fühle? Paulus und Silas loben Gott da, wo es in ihrem Leben ziemlich dunkel ist. Aber obwohl sie nicht sehen, wie es weiter geht, sie gefangen und unfrei sind, singen sie Loblieder, bis die Mauern einstürzen.
Gut. Ich muss zugeben … es gibt nicht immer ein Erdbeben, das uns befreit. Oft bleibt es auch einfach einsam und dunkel in unserem Leben, bleiben wir hinter verschlossenen Türen unserer Angst sitzen. Fragen: Warum hat Gott das zugelassen? Aber das bringt nicht wirklich weiter. Paulus und Silas gehen einen anderen Weg. Sie loben Gott. Und das Lob verändert die Lage. Es bewirkt, dass sogar der Gefängniswärter ein neues Leben beginnt. Er lässt sich und die ganze Familie taufen.
Zugegeben: Das alles war vor fast 2000 Jahren. Zugegeben: Bis heute hat sich die Welt verändert. Und ja, auch zugegeben, all die Einschränkungen die Corona gebracht hat, sie haben auch unser Leben verändert. Und die Frage ist nicht fern: Kann man heute, angesichts des Schreckens in der Welt, Gott überhaupt noch loben? Und werden es nicht immer weniger, die Gott überhaupt als Adresse für Lob, Dank, Klage und Bitte sehen?
Aber wer Gott lobt, ihm dankt oder sein Leid klagt und ihn um Hilfe bittet, glaubt an seine Güte und vertraut auf seine Liebe. Und wer sich nicht vom Virus, sondern lieber von Paulus und Silas anstecken lässt, Gott auch dann noch zu loben, wenn es ihm oder ihr nicht gut geht, dessen Leben wird sich verändern. Und damit vielleicht auch das anderer Menschen. Denn wo ein Loblied gesungen wird, da ist Gottesdienst. Egal, ob das in einer Kirche, in einem Wohnzimmer, in einem Krankenhaus, auf einem Balkon oder gar in einer Gefängniszelle geschieht. Bedenkenswert, oder? Amen.

FÜRBITTEN

Barmherziger Gott, deine Stimme hat alles, was ist, ins Dasein gerufen. Unser Gesang soll ein Echo geben auf deine Güte. Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott, denn unser Glaube lebt in diesen Liedern, die wir dir als deine Gemeinde singen. Doch noch müssen wir in liedloser Zeit leben, mit verstummten Instrumenten, hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde. Aber unser Gebet können wir dir sagen, das vor dich bringen, was uns bewegt. Wir bitten für all die Menschen, die unter der augenblicklichen Situation leiden und sich endlich wieder das wünschen, was wir mit dem großen Wort Freiheit beschreiben; Gib ihnen Geduld und Kraft beruhigt in die Zukunft zu blicken, die für uns bereithältst. Wir bitten für all die Menschen, die in Sorge um ihren Lebensunterhalt sind und für die, die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben; Gib ihnen die Weitsicht zum Wohle aller zu handeln. Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern, offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen, so bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott! Lass uns alle in der Musik und im Gesang Kraft schöpfen für unser Leben und für unseren Glauben. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen! Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.



Auf Grund eines technischen Problems können erst später Aktualisierungen vorgenommen werden. Unsere Gottesdienste beginnen aber ab dem 17.05.2020 dann wieder in der Kirche


Dienstag 05.05.2020

Tageslosung

Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens. (Hiob 9,8.9)

Lesung zum Tage

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare. (Kolosser 1,15–16)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Guter Gott, oft vergessen wir auch mal nein zu sagen.
Zu weiteren Aufgaben, zu Aktivitäten, die eigentlich gar nicht nötig sind, zu Dingen, die nicht weiterbringen.
Nein zu sagen bedeutet oftmals auch ja zu sagen zu sich selbst.
Ein Nein zu anderem kann helfen, zu den eigenen Überzeugungen zu stehen.
Hilf uns bewusster zu entscheiden was gut tut und was nicht gut tut für uns und die Welt.
Amen.


Montag 04.05.2020

Tageslosung

Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut. (Psalm 107, 3.8)

Lesung zum Tage

Der Knecht im Gleichnis sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. (Lukas 14,22–23)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, jede und jeder von uns hat die Möglichkeit und die Macht unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
Nicht auf der großen Bühne der Welt, aber im täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen.
Wenn wir alle – auch nur etwas – daran arbeiten, wird die Welt im Ganzen besser.
Daher bitten wir dich, dass du uns hilfst diesen oftmals nur kleinen Schritt jeden Tag aufs Neue hinzubekommen.
Amen.


SONNTAG 03.05.2020 JUBILATE

EINGANG

Die Gedanken und Texte sind zum 3. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Jubilate. Jubilate, das heißt, wir sollen uns an diesem Sonntag freuen. Wir sollen jubilieren. Aber ehrlicherweise gelingt uns das nicht so recht in der augenblicklichen Situation. Zuviel ist noch unsicher. Wird es besser werden, oder fallen wir hinter die erzielten Erfolge im Kampf gegen das Virus zurück? Warum also jubeln?
Wir alle dürfen und sollen jubeln, weil Ostern die Welt verändert hat. Nicht das Virus.
Wir dürfen jubeln, weil mit Ostern dem Tod die Macht genommen ist und unser Leben eine Zukunft bekommen hat. Wir sollen jubilieren, weil Ostern uns verändern und auf den Weg in Gottes Zukunft bringen will. Denn: “Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.”  (2. Kor 5, 17)

PSALM 66, 1-9 [Luther2017]

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

EVANGELIUM Johannes 15, 1-8 [Luther2017]

Fast wie bei einem E-Bike, oder Elektroauto, beim Handy oder Spielzeug. Ladestand niedrig, Batterie leer, Akku leer. Viel geht nicht mehr. Also: Neue Batterie oder Stecker rein und Akku aufladen. Passiert nicht nur beim Handy, auch im Leben. Jesus sagt fürs Leben: Energie gibt es bei mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, ich gebe euch Kraft. Johannes erzählt davon im 15. Kapitel seines Evangeliums:
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

LIED EG 673 – Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe

IMPULS

Wer ist Gott? – Was ist Gott? Sich mit dieser Frage zu beschäftigen ist wirklich gut.Nur darf ich nicht erwarten, auf die Frage eine eindeutige, in sich abgeschlossene Antwort zu finden. Denn das ist von der Sache her schon zum Scheitern verurteilt.
Wer ist Gott? – Was ist Gott? Worauf will ich das beziehen?  Gott ist alles. Und mit jedem Aspekt, auf den ich ihn reduziere, wird es problematisch.
Wobei, dieses Reduzieren, das liegt uns ja im Blut. Dieser ganz absonderliche Hang zum Vereinfachen. Wenn plötzlich 80 Millionen Menschen neckisch auf einen einzigen reduziert werden. Verbal eingedampft und grammatikalisch interniert. „Der Deutsche“, „der Italiener“, „der Ami“. Einfach mal nicht mehr von einem Volk oder unterschiedlichen Menschen reden, sondern nur noch von “Der Deutsche”. Süß, oder? Wenn Sie das tun, dann aber bitte nie vergessen: Sie sind ein Teil von ihm.
Plötzlich werden Männlein, Weiblein und Divers, Alt und Jung, Links und Rechts, Hübsch und Hässlich, ja, sogar die FDP, Helene Fischer und Dieter Bohlen in den sprachlichen  Thermomix Allesmixer gesteckt und blitzschnell verquirlt und abgekocht. Und heraus kommt: der Deutsche. Mit Socken in den Sandalen, mit Schürze am Herd, vor der Schrebergartenhütte ein Strandkorb oder einen Grill, die Handtasche am Arm quer zum Körper, das Auto frisch gewaschen und heutzutage die Alltagsmaske in Weiß, bunt, oder als Schal vorm Gesicht. Eine Mischung aus Till Schweiger, Heidi Klum, Sido und dem Kettensägen-Massaker. Und dann die Beschreibungen: “Der Deutsche ist ein guter Ingenieur.” “Der Deutsche hat 0,7 Kinder.” “Der Deutsche hätte die EM gewinnen können.” „Der Deutsche achtet auf das Kontaktverbot!“ Aus unserer Geschichte kennen wir diese Gruppenkomprimierung schon länger. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Da stand “Der Russe” vor der Tür. Wenn’s nur einer gewesen wäre, hätte keiner Angst gehabt. Aber “Der Russe” war eben „der Feind“! So wie jetzt, wo uns doch „der Chinese“ „das Virus“ gebracht hat. Und “Der Ami” ist ja – egal ob Feind, ob Freund – auch mit Vorsicht zu genießen. Der Türke, der Italiener, der Jude, der Schwule, der Asylant. Und gerne noch der Assi, der Sozialschmarotzer, der Banker, der, die das Politiker, oder: der Bocholter. Obwohl, da stimmt’s; auch wenn’s kein feiner Zug ist.
Und ob wir wollen, oder nicht, es ist schon zart menschenverachtend, wenn so getan wird, als gäbe es ihn tatsächlich. Diesen einen ultimativen Vertreter einer Volksgruppe. Aber wer in seinem Kopf irgendein Bild von “Der da” – oder auch “Die da” hat, steckt schon mitten drin in der Schubladen-Falle.
Daher ist es gut, auch von Gott anders zu reden und zu denken. Denn wenn wir hingehen und Gott nur auf einen Aspekt reduzieren, manövrieren wir uns selbst in die Falle. Oder passen uns unseren Gott so an, wie wir ihn gerade gerne hätten. Und genau damit nehmen wir ihm seine Göttlichkeit. Was also tun, wenn wir – gerade in Krisenzeiten – von Gott reden wollen? Oder über ihn? Wie können wir Gott fassen, wenn doch oft so fassungslos vor dieser Aufgabe stehen? Indem wir von ihm in Bildern sprechen! Wie es viele Schriften der Bibel tun. Besonders die Psalmen: Der Hirte, der Fels, der Hort, die Mutter, die Henne, die Weisheit. So, wie Jesus es immer wieder versucht hat. Weinstock, Reben, Gärtner; der Vater, der Retter. Oder wie Paulus, der versucht, es den Menschen in Athen nahezubringen: ihr kennt ihn schon lange!
Wie erkennen wir Gott in unserem Leben? Vermutlich am einfachsten dann, wenn wir ihn nicht in Schubladen oder Begriffe sortieren. Gott ist und bleibt Gott! Gott ist nicht DER Gott, der Himmel und Erde gemacht hat; und natürlich auch uns. Es ist GOTT! Als Schöpfer und Vater, Begleiter, Vertrauter und vieles mehr. Und für jede und jeden anders zu entdecken. In Jesus, als Weinstock, als Gärtner, Vater und Freundin. Ja für manche auch bei einem Spaziergang im Wald, oder in der Begegnung mit einem besonderen Menschen, einem Danke oder Gern geschehen; wie auch immer.
Wie erkennen wir Gott in unserem Leben? Indem wir uns einfach von ihm beschenken lassen. Beschenken mit all den Dingen, die er für uns bereithält. Nicht festgelegt auf einen Aspekt, sondern in aller Vielfalt. Denn er ist GOTT, der Liebe, der Hoffnung, der Nähe, der Vertrauen, der Leben und Zukunft und noch vieles mehr schenkt.
Lassen wir uns also einfach von ihm beschenken, mit dem, was uns Kraft gibt, unser Leben zu gestalten. Mit Weisheit, um vernünftig zu handeln. Mit Geduld, um die guten Wege, die wir eingeschlagen haben, nicht wieder zu verlassen. Mit Familie, Freundinnen und Freunden, die uns auch über Trennungen hinweg Kraft geben. Mit Einsicht, dass wir nicht allein für uns selbst, sondern auch für andere Verantwortung tragen. Mit Zuversicht, dass es besser werden wird. Mit Freundlichkeit, dass wir denen, die alles dafür tun, damit wir ansatzweise normal leben können, ein Lächeln schenken und Kraft geben. Ja, genau! Geben wir diese Geschenke auch weiter.
Weil in ihnen Gott uns seine große Nähe immer wieder zeigt. So verändert er uns. Und so verändert verhalten wir uns anders. Nicht aus uns selbst heraus, sondern weil Gott uns durch Jesus Christus immer wieder neue Kraft gibt. Wie Jesus es mit dem Vergleich des Weinstocks sagt: Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. … Wenn ihr mit mir vereint bleibt und meine Worte in euch lebendig sind, könnt ihr den Vater um alles bitten, was ihr wollt, und ihr werdet es bekommen. Denn die Herrlichkeit meines Vaters wird ja dadurch sichtbar, dass ihr reiche Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist.
Wer ist Gott? – Was ist Gott? Nicht in einem Bild oder einem Satz zu erklären. Genau so wenig wie der Mensch! Aber durch den Glauben an ihn in seiner ganzen Fülle erkenn- und erlebbar. Mit allem, was er uns zugedacht hat. In guten und in bösen Tagen. Da ist Gott zu finden. Auch in Corona-Zeiten.

FÜRBITTEN

Danke, Gott, dass Du uns immer wieder deine Nähe schenkst.
Du suchst Dir Anknüpfungspunkte in unserem Leben, um uns mit Deiner unendlichen Liebe zu erreichen. Du übersiehst in großer Barmherzigkeit die Zeiten unserer Unwissenheit und Unsicherheit.
Du schenkst uns durch Deinen Geist die Erkenntnis der Wahrheit, damit wir den richtigen Weg gehen.
Wir spüren immer wieder, wie wenig wir aus eigener Kraft ausrichten können.
Doch Du kommst mit Deiner Kraft unserem schwachen Glauben zu Hilfe.
Du kannst alles Leid und alle Not zum Guten wenden. Mit und durch uns.
Wir danken Dir für all die Dinge, die du uns schenkst.
Wir bitten Dich für die Christenheit: Hilf uns alle Hindernisse zu überwinden und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.
Lass uns nicht aufhören, für die Verständigung der Menschen zu beten und zu arbeiten, und schenke Deiner Kirche weltweit Einheit und Frieden.
Was wir heute gehört haben und vielleicht noch hören, soll uns in unseren Alltag begleiten, soll uns über Abgründe tragen, soll uns Mut geben zu beherztem Handeln. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen! Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


Samstag 02.05.2020

Tageslosung

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. (Psalm 51,13)

Lesung zum Tage

Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes. (Kolosser 1,3.13)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Jeden Tag müssen wir viele Entscheidungen treffen.
Oft viel mehr als uns bewusst ist.
Hilf, dass wir so oft wie möglich die richtigen Entscheidungen treffen und am Besten die, zu denen wir auch später noch mit gutem Gewissen stehen können.
Amen.


Freitag 01.05.2020

Tageslosung

Ist denn die Hand des HERRN zu kurz? (4. Mose 11,23)

Lesung zum Tage

Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? (Matthäus 6,28–29.31)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wir haben es schwer, die Zusammenhänge unserer modernen Welt zu verstehen, aber wir leben in ihr.
Wir können uns nicht heraushalten und nur auf die eigenen Interessen beschränken.
Gott lass uns erkennen was notwendig ist im Sorgen um die Gesundheit und gerechte Bedingungen für alle.
Befreie uns von dem Gefühl, dass wir doch nichts ändern können, sondern gib uns Kraft, auch kleine, scheinbar manchmal sinnlose Schritte zu tun, damit es besser wird in dieser Welt.
Lass uns das Wichtige herausfinden und uns mit unserer Arbeit und unseren Namen dahinter stellen und dafür sorgen, dass unsere Welt ein menschliches Gesicht bekommt.
Amen.


Donnerstag 30.04.2020

Tageslosung

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. (Psalm 73,1)

Lesung zum Tage

Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. (1. Johannes 3,21–22)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Ich danke dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Plötzlich veränder sich etwas und die Aufgaben stapeln sich auf meinem Schreibtisch.
Gefühlt kommen jeden Tag mehr Aufgaben hinzu als ich am Tag abarbeiten kann.
Hilf zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden, um fröhlicher ans Werk zu gehen.
Amen.


Mittwoch 29.04.2020

Tageslosung

Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu. (Prediger 9,10)

Lesung zum Tage

Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. (Römer 12,11)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Ich danke dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Danke, dass ich jeden Tag aus meinen Erfahrungen lernen kann.
Ich gebe mir Mühe und versuche den besten Nutzen aus jeder Situation zu ziehen.
Auch wenn manchmal für mich nicht erkennbar ist, was ich aus dieser oder jener Erfahrung lernen kann.
Amen.


Dienstag 28.04.2020

Tageslosung

So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen. (1. Chronik 22,19)

Lesung zum Tage

Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt. (1. Korinther 9,24)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Ich danke dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Ich lebe gern. Das will ich dir sagen.
Gib mir strahlende Augen, hilfreiche Hände, aufmerksame Ohren, wärmende Worte, behutsames Schweigen, einen Blick für das, was zwischen den Zeilen steht, und eine ansteckende Fröhlichkeit. Schenke mir ein klares Gedächtnis für mein Wohlgefühl heute, damit ich mich erinnere, wenn ich selbst mal am Ende bin.
Ich lebe gern. Danke für diesen Tag.
Amen.


Montag 27.04.2020

Tageslosung

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN. (1. Mose 3,8)

Lesung zum Tage

Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!
(Römer 8,15)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wenn sich etwas wandelt, Werte sich ändern, alles ins Wanken gerät was mir bisher lieb und teuer, wichtig und wertvoll war, dann brauchen wir dich, Gott, umso mehr, damit du dem Leben eine Richtung gibst, wie ein roter Faden.
Hilf uns Orientierung zu finden, nicht hin und her geweht wie eine Fahne im Wind, sondern lass uns aufrecht und selbstbewusst durchs Leben gehen – mit dir.
Amen.


Sonntag 26.04.2020 2. Sonntag noch Ostern
Misericordias Domini

EINGANG

Die Gedanken und Texte sind zum 2. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag, an dem wir normalerweise die Konfirmation an der Christuskirche feiern. Das geht in diesem Jahr aber leider nicht. Dieser Sonntag trägt den lateinischen Namen Misericordias Domini nach Psalm 33, 5: Die Erde ist voll der Güte des HERRN.  Volkstümlich heißt er auch Hirtensonntag, weil die biblischen Bezüge die Themen Hirte und  Schafe aufnehmen.
So auch der Spruch für den Sonntag und die kommende Woche:Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Johannes 10, 11a. +27–28a)
Der Sonntag erinnert uns mit seinen Texten daran, dass Gott durch Jesus Christus, den guten Hirten, die sucht, die sich verirren und der Herde wieder zuführt und wir uns darüber freuen können, dass er uns stets zu einer frischen Quelle führt, damit wir auch in schweren Zeiten keine Not leiden müssen.

PSALM 23 [Luther2017]

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

EVANGELIUM Johannes 10, 11-18+27-30 [Luther2017]

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln! So lesen wir es in den Psalmen und viele Menschen kennen diese Worte. Das Evangelium sagt uns: Jesus ist der gute Hirte. Er wacht über seine Schafe, lässt sie nicht verloren gehen und kümmert sich um sie in jeder Lage. Johannes erzählt uns, was Jesus über sich sagt im 10. Kapitel:

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich’s wieder empfange. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu empfangen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.[…] Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. 

LIED Lobe den Herrn, meine Seele [Liederbuch zwischen Himmel und Erde 141]
[Text und Musik: Norbert Kissel © 1991 SCM Hänssler]

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.
Lobe, lobe den Herrn, loben den Herrn, meine Seele. Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

  1. Der meine Sünden vergeben hat, der mich von Krankheit gesund gemacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen: Lobe den Herrn, meine Seele
  1. Der mich im Leiden getröstet hat, der meinen Mund wieder fröhlich macht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen:

IMPULS

Der 2. Sonntag nach Ostern. – Ohne Konfirmation. Alles ist anders. Der Sonntag, die Woche, die Lage, die Zukunft. Aber wenn sowieso alles anders ist, dann fangen wir am Hirtensonntag auch einmal anders an:

Es war einmal ein Hirte, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete.
Plötzlich taucht aus einer Staubwolke ein flotter Wagen auf und hält neben ihm. Ein kerniger Typ steigt aus und fragt: „Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eins?“ Der Schäfer schaut den jungen Mann an. 
Dann seine friedlich grasenden Schafe und sagt ruhig: „In Ordnung.“ Der Andere verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf die NASA Seite, scannt die Gegend mit Hilfe eines Satelliten-Navigationssystems, öffnet eine Excel-Tabelle mit einer Unmenge Formeln und druckt dann einen Bericht auf seinem High-Tech-Minidrucker aus, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: „Sie haben hier exakt 1596 Schafe.“ Der Schäfer sagt: „Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.“ Der Mann nimmt eins der Tiere und lädt es in sein Auto. Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: „Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir dann das Tier zurück?“ Der Mann antwortet: „Klar, warum nicht?“ „Sie sind ein sogenannter anerkannter Fernsehexperte, der durch Talkshows und Wissenschaftssendungen hin und her gereicht wird.“ „Das ist richtig, woher wissen Sie das?“ will der junge Mann wissen. „Ganz einfach“, sagt der Schäfer! „Erstens sind Sie hier aufgetaucht, obwohl Sie keiner gerufen hat. Zweitens wollen Sie etwas dafür haben, dass Sie mir sagen, was ich ohnehin schon weiß. Und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich oder Menschen im wirklichen Leben machen … und jetzt geben Sie mir meinen Hund zurück!“

Viele Experten tummeln sich im Augenblick in Presse, Funk und Fernsehen und wollen uns die Welt erklären. Aktuell warum  der Virus uns so fest im Griff hat. Zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, wo der Weg hinführen wird bzw. kann. An vielen Stellen sind sie sich einig. An manchen Stellen unterscheiden sie sich. Und manchmal sagen sie absolut Gegenteiliges. Aber wer hat mehr recht, wer weniger, wer gar nicht? Wem soll man folgen? Eine Frage, die viele Menschen derzeit beschäftigt. Was ist richtig, was ist gefährlich?

Warum hören wir eigentlich darauf, was andere uns sagen? Am liebsten natürlich, wenn sie bestätigen, was wir uns selbst zurechtgelegt haben. Selber zu denken ist laut einer Studie britischer Wissenschaftler viel zu anstrengend für einen Großteil der Menschen. Darum! Viele folgen lieber einer kleinen Gruppe von Leithammeln ohne groß darüber nachzudenken und hoffen, dass schon alles irgendwie gut gehen wird. Dazu braucht es nicht einmal irgendwelche Signale oder Kommentare. Es reicht die reine Vorbildwirkung und die Mehrheit bekommt nicht einmal mit, dass sie überhaupt geführt werden. Was aber, wenn die Leithammel nicht einig sind und sich gegenseitig widersprechen?
Wem soll man folgen – und frau natürlich auch?

Eigentlich sind wir als Menschen ja wirklich wie eine Herde. Sind – Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel – lieber mit mehreren zusammen, brauchen Gemeinschaft, pflegen Kontakt. In der derzeitigen Situation spüren wir das deutlich, weil es nicht möglich ist. Die einen sehnen sich nach Gemeinschaft, weil sie aus Rücksicht und Vorsicht den Kontakt vermeiden, andere dagegen setzen dafür die Sicherheit anderer aufs Spiel.

In eine Gemeinschaft eintauchen, den Zusammenhalt spüren und sich sicher und aufgehoben fühlen, und ein gutes Wort dazu, wo es hingeht; das brauchen viele für ihr Wohlbefinden. Und viele Situationen, nicht nur die aktuelle, rufen diese Sehnsucht in uns wach. Manche Bedrohung bringt uns dazu, in einer Gruppe unter einer Führung Schutz zu suchen.
Aber woher wissen wir, dass wir uns auf die richtige einlassen?
Natürlich und wichtig: Eigenständigkeit und Eigenverantwortung wird ebenso von uns erwartet. Aber wenn Gewohnheiten wegbrechen, wenn Krankheit mich lähmt, die Gesellschaft bedroht ist, der Arbeitsplatz vielleicht auch. Wenn plötzlich viele Menschen sterben, besonders vielleicht solche, die mir nahe standen. Dann fühle ich mich verunsichert und alleingelassen. Das Gewohnte trägt nicht mehr und ich suche nach Halt. Will schnell wieder Normalität erlangen, Alltäglichkeit. Doch was ist, wenn der Alltag wieder da ist?

Mache einfach da weiter, wo ich mal aufgehört habe? Renne jedem hinterher, der mir eine tolle Zukunft und ein Modell fürs Leben vorgaukelt, das auf dem Rücken anderer lastet? Vergesse ich, was war und wonach ich mich gesehnt habe. Ja, es kostet uns Überwindung, unsere selbstgewählte Eigenständigkeit aufzugeben. Und ja, es kostet uns Überwindung, auf das eigene Wohl zu sehen, ohne das Wohl der anderen zu vergessen. Und es ist schwer, für sich zu bleiben und doch im Kontakt mit anderen zu sein.

Christliche Gemeinschaft kann und will dabei helfen, denn sie ist Gemeinschaft derer, die glauben, dass Gott einen Weg für uns bereithält, der in die Zukunft führt. Sie will Begleitung sein, in guten und schlechten Tagen, in Krisen- und anderen Zeiten. Eine Gemeinschaft in der keine und keiner die Eigenständigkeit aufgeben muss. Denn dies ist der Auftrag des Hirten Jesus Christus, der auch uns gilt: Im Eigenständigsein beieinander zu bleiben. Einander beizustehen und füreinander einzustehen. Auch wenn jemand eigentlich keiner oder einer anderen Herde angehört. Dabei niemandem den eigenen Willen, oder die eigenen Ideen aufzwingen. Sondern einander anzunehmen mit dem wie und was jede und jeder einzelne ist. So, wie Gott es auch tut.  Und auf den zu schauen, der den Weg vorangegangen ist, in Worten und Taten. Auf den, der von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. … Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen … Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben,…“

Jesus hat sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, damit wir gerettet werden. Er hat Leid und Tod ausgehalten, um uns zu retten.
Nun müssen wir nicht einmal unser Leben aufs Spiel setzen. Nur ein paar Annehmlichkeiten, an die wir uns so sehr gewöhnt haben.
Einfach um die zu schützen und zu unterstützen, die für das Wohl aller Einsatz zeigen und für die, die besonders gefährdet sind.

Ja, jede und jeder will in sein altes Leben zurück! Aber auf Kosten anderer Leben? Das kann nicht die Lösung sein. Es geht jetzt ums Aushalten und Durchhalten. Und Gemeinschaft und Solidarität mit den Schwachen.
Halten Sie die Augen auf, überlegen Sie, wem sie folgen und seien Sie sich Ihrer Taten bewusst. Auch, oder gerade weil es anstrengend ist, selbst zu denken und gleichzeitig auf Gottes Führung zu vertrauen! Amen.

FÜRBITTEN

Deine Stimme, Gott, hören wir, wenn wir als deine Herde Rücken an Rücken gegen die Wölfe der Welt anstehen, denn du bleibst bei uns.
Nichts Menschliches ist dir fremd. Auch unsere Unsicherheit nicht.
Wir bitten für alle, die in ihrer Unsicherheit nicht aus und ein wissen, Halt suchen in der Sucht nach schnellen Tröstern, die aber ihrer Zukunft schaden. Schenke ihnen Halt in Gesprächen mit Menschen, die es mit ihnen aushalten, die ihnen andere Möglichkeiten zeigen.
Wir bitten für alle, die in Depression oder Krankheit versinken, in ihrer Angst keinen Hoffnungsstrahl mehr sehen können. Lass sie tröstende und stärkende Stimmen hören, die ihnen den Weg zeigen zurück in die Geborgenheit bei dir.
Wir bitten für alle, die ein Hirtenamt ausüben, unsere Führungskräfte in allen Lebensbereichen. Lass sie erkennen, dass sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren, wenn sie eher sich selbst als das Wohl der anderen im Blick haben.
Gott, in deine Geborgenheit möchten wir eintauchen. Denn du entmündigst uns nicht, sondern führst uns in deine Zukunft. Dabei lässt du uns unsere eigene Freiheit, mit der wir vernünftig umgehen sollen. In deinem Schutz und unter deiner Führung finden wir sicher den Weg durch alle Wegstrecken, seien sie eben oder uneben. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen! Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


Samstag 25.04.2020

Tageslosung

Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat. (5. Mose 30,9)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde. (Johannes 15,10–11)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, schenke uns die Kraft und die Gabe, den Glauben aneinander und das Vertrauen zueinander nie zu verlieren.
Lass unsere Liebe zueinander, selbst auf Distanz, lebendig bleiben.
Gewähre uns die Gnade, einander genügend Freiheit zuzugestehen und doch ein Herz und eine Seele zu sein.
Amen.


Freitag 24.04.2020

Tageslosung

HERR, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören! (Jeremia 14,21)

Lesung zum Tage

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn. (1. Korinther 1,9)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Ich danke dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Denn, Gott, es gibt Zeiten, da will ich alles einfach nur seinlassen, bin frustriert und schaue bedrückt in die Zukunft.
Ich mag dann weder mich, noch die Welt, noch alles, was geschieht.
Alles scheint falsch zu sein und ich kann nichts dagegen machen.
Genau dann wünsche ich mir, ich könnte mehr Kraft aus meinem Glauben schöpfen!
Darum, Gott, schenke mir immer wieder neu die Kraft des Glaubens.
Amen.


Donnerstag 23.04.2020

Tageslosung

Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht! (Jesaja 44,21)

Lesung zum Tage

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. (Hebräer 10,35)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Schenke uns Zufriedenheit mit dem was wir haben und mit dem was wir nicht haben.
Zufriedenheit mit unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten, die wir uns angeeignet haben und den Fähigkeiten und Möglichkeiten, die sich uns noch bieten werden.
Zufriedenheit mit Gesundheit, Freundinnen und Freunden, der Familie und allem, was der Tag mir schenkt.
Amen.


Mittwoch 22.04.2020

Tageslosung

Ich schwor dir’s und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der HERR, und, du wurdest mein. (Hesekiel 16,8)

Lesung zum Tage

Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. (Galater 3,26)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Du bist an unserer Seite, Tag um Tag, immer und überall und immer …
wenn wir fröhlich sind und wenn wir lachen;
wenn wir Menschen begegnen und wenn wir einsam sind;
wenn uns niemand versteht und alles zum Kotzen finden;,
wenn wir beten und auch wenn es uns die Stimme verschlägt;
Danke, Gott, dass du uns so nimmst, wie wir sind.
Amen.


Dienstag 21.04.2020

Tageslosung

Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut. (Daniel 6,24)

Lesung zum Tage

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! (1. Korinther 16,13)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wenn wir in die Zukunft schauen, nehmen wir unsere Vergangenheit mit.
Aber niemand muss die Fehler der Vergangenheit wiederholen und Nichts muss so bleiben, wie es war.
Ermutige uns, Gott, dass wir heute anders leben, als wir es gestern getan habe, aber mit der Erfahrung, wie Gutes und Neues entstehen kann.
Erfinde du unser Leben an jedem Tag neu, dass wir für die Zukunft handeln.
Amen.


Montag 20.04.2020

Tageslosung

Der HERR sprach: Dazu habe ich Abraham auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist. (1. Mose 18,19)

Lesung zum Tage

Befreit von der Sünde und in den Dienst Gottes gestellt, habt ihr die Frucht, die Heiligung schafft, und als Ziel ewiges Leben. (Römer 6,22)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Lebenswege verlaufen nie ohne Sackgassen, Umwege, Einbahnstraßen, Umleitungen, Verbotsschilder. Karambolagen und Verletzungen.
Ich muss stets auf meinen Weg achten, damit ich nicht die falsche Richtung einschlage und irgendwo ankomme, wohin ich gar nicht wollte.
Guter Gott, lass mich die richtigen Wegweiser erkennen, damit ich mein Ziel, wenn auch nicht unbeschadet, so aber doch erreiche.
Bruno Griemens  © Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer
Amen.


SONNTAG 19.04.2020 QUASIMODOGENITI

EINGANG

Die Gedanken und Texte sind zum 1. Sonntag nach Ostern. Er trägt den Namen Quasimodogeniti, oder auch Weißer Sonntag.  Der Name des Sonntags ist aus dem früheren lateinischen Eingangswort „Quasi modo geniti infantes, Halleluja“ aus dem 1. Petrusbrief entstanden. Quasimodogeniti infantes – Wie die neugeborenen Kinder.
Wie neugeboren sollen auch wir sein, wir Menschen, die von Ostern herkommen und das Wunder der Auferweckung erfahren haben. Der Sonntag Quasimodogeniti erinnert uns an die neue Geburt, den Anfang eines neuen Lebens in Christus, das uns mit Ostern zugesagt ist. Wie neugeboren sollen wir sein; frei von Schuld, offen für eine neue Zukunft. Darum dürfen wir in das große Loblied einstimmen, dass uns der 1. Petrusbrief schenkt: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)
Die Auferstehung Jesu hat ein neues Licht in unsere Weltgebracht, das auch unser Leben neu erstrahlen lässt. Darum feiern wir allen Umständen zum Trotz Ostern. Um uns zu stärken, unsere Geduld zu kräftigen, unser Vertrauen und unseren Glauben. An unterschiedlichen Orten. Einander in Gedanken und Gebet verbunden.

PSALM 116 i.A. [Luther2017]

Das ist mir lieb, dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört. Denn er neigte sein Ohr zu mir; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. Stricke des Todes hatten mich umfangen, des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich! Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der HERR behütet die Unmündigen; wenn ich schwach bin, so hilft er mir. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen. Ich will den Kelch des Heils erheben und des HERRN Namen anrufen.

EVANGELIUM  Johannes 20, 19-29 [Luther2017]

Für vieles im Leben brauchen wir immer wieder Hilfe, Ermutigung, manchmal Bestätigung.  Es muss etwas geben, das uns wieder Kraft und Mut gibt, neu anzufangen. Am besten etwas handfestes, etwas zum Anfassen, zum Greifen, damit wir begreifen was war, was ist, was sein wird, was sein kann. Etwas, das unseren Glauben, unsere Liebe und unsere Hoffnung stärkt. Das Johannesevangelium erzählt von Thomas, der genau dies für sich brauchte – und bekam.
Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

LIED EG 117 – Der schöne Ostertag

IMPULS

Wir haben Ostern gefeiert! Wir haben jubeln dürfen. Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Der Ruf war trotz aller Umstände in diesem Jahr überall dort zu hören, wo er für Menschen wichtig ist. Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Ein Ruf gegen alle Zweifel und Hoffnungslosigkeit der Welt.
Der Herr ist auferstanden … aber was heißt das eigentlich?
Banal gesprochen heißt das zunächst einmal, dass Jesus – den Berichten der Evangelien nach – zumindest einmal nicht im Grab geblieben ist. Die Frauen und die Jünger haben Begegnungen mit ihm gehabt. Später hat es sogar Paulus die Sprache verschlagen. Diese Menschen haben erlebt, dass da scheinbar etwas geschehen ist. Das sich mit Ostern etwas Neues in der Welt getan hat. Dass der Tod zwar das Letzte, vielleicht sogar das Allerletzte, aber offenbar nicht das Endgültige ist. Sie haben es gespürt. Sie haben es jede und jeder auf ganz eigene Art gesehen.
Auch wenn es der eine oder andere etwas genauer prüfen wollte. Ist es nur eine Erscheinung, oder habe ich da wirklich Jesus vor mir. Lass mich deine Hände sehen. Thomas wird nicht der einzige gewesen sein, der so gedacht hat. Der vielleicht auch gezweifelt hat.
Aber trotz allem: Es muss sich da etwas getan haben. Trotz Zweifel. Trotz Irritation. Trotz Unbeweisbarkeit – schon damals. Hatten doch die Behörden dafür gesorgt, dass das Gerücht des Leichendiebstahls sich verbreitete. Nur die Menschen, die an Jesus glaubten, die auf Gott vertrauten, setzten dem etwas entgegen. Ihre Hoffnung, ihren Mut, ihren Glauben:

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

So lesen wir im 1. Kapitel des 1. Petrusbriefes.
Trotz des großen Einschnitts, den der Tod ihres Meisters und Vorbildes hinterlassen hatte. Trotz aller Trauer ging da etwas weiter. Die Hoffnung war nicht tot. Nein sie war lebendiger als zuvor. Die Hoffnung lies die Welt in einem anderen Licht erscheinen. Denn, so heißt es weiter:

Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit. 

Trotz Kreuz. Trotz Tod. Trotz Ende der Beziehungen.
Trotz Corona, geschlossener Geschäfte, abgesagter Veranstaltungen, Besuchsverbot, Versammlungsverbot. Trotz Angst vor Ansteckung, Neuansteckung, Trauer und Leid. Trotz brachliegender Kultur und Konjunktur. Es geht weiter. Diese drei Sätze am Anfang des 1. Petrusbriefes, sagen es den frühen Christen in aller Deutlichkeit.
Es geht weiter. Der Auferstandene ist zwar nicht mehr greifbar. Aber es wird begreifbar, dass da etwas geschehen ist. Etwas das nicht alles beim Alten belässt. Auch wenn Jesus nicht mehr fassbar ist.
Die Auferstehung sich der Erkenntnis entzieht, sie hat doch bahnbrechende Kraft. Macht das Unfassbare fassbar. Ja, Jesu Auferstehung hat ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen gegen die Hoffnungslosigkeit der Welt.
Das ist Auferstehung. Der Glaube, dass sich Dinge ändern können. Und so verändert der Glauben die Welt. So geschieht Auferstehung auch heute. Ohne Beweise. Auferstehung lebt im Glauben daran, dass ich mit Jesus auferstehe. Auferstehe von den kleinen Toden in meinem Leben
– Einsamkeit und Verlassenheit und Trauer
– Hoffnungslosigkeit und Mutlosigkeit und Zukunftsangst
– Ängste um Ängste um Ängste
Aber dabei wird es nicht bleiben. Es wird weitergehen. Gott hält eine Zukunft für uns bereit. Eine Zukunft, die wir vielleicht noch nicht sehen oder begreifen. Aber eine Zukunft die da sein wird, weil Gott sie uns schenkt. Jenseits aller Ängste und Beschränkungen, die uns jetzt noch abverlangt werden, um der CORONA-Gefahr Herr zu werden. Und das ist doch wunderbar.

Darum frage ich mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich auf Ostern zurückblicke, warum bei uns Weihnachten viel größer gefeiert wird als Ostern? Liegt es an dem “holden Knaben in lockigem Haar”? Der lässt sich natürlich besser vermarkten als ein Toter. Liegt es daran, dass die Geburt eines Kindes mehr Grund zum Feiern gibt, als der Tod eines Erwachsenen? Und irgendwie hält sich doch immer noch das Gerücht, dass in der evangelischen Kirche der Karfreitag der höchste Feiertag sei. Und wir zum Lachen in den Keller gehen. Aber was wäre der Karfreitag ohne Ostern? Was wäre Ostern ohne Lachen und offener Freude. Und ist ihnen schon mal aufgefallen, dass im Gegensatz zu den meisten Katholischen Kirchen in den meisten evangelischen Kirchen das Kreuz ohne Jesus zu sehen ist? Denn das Kreuz ist leer! Genau wie das Grab. Denn Jesus ist auferstanden, das Kreuz ist überwunden, der Tod hat seine Macht über uns verloren. Und genau das ist die Heilsbotschaft von Ostern: Jesus ist für uns durch den Tod gegangen, um uns das ewige Leben zu schenken. Den Sieg über die kleinen, tagtäglichen Tode. Und den Sieg über den letzten Tod. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.
Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden.

FÜRBITTEN

Ostern ist schon wieder eine Woche her. Und wie jedes Jahr haben wir, Jesus, von deiner Auferstehung gehört. In diesem Jahr völlig anders. Es gibt so viel in dieser Welt, was dem widerspricht: Immer wieder Terror, Krieg und Gewalt, hungernde Kinder, gequälte Tiere, schreckliche Unfälle auf unseren Straßen, junge Menschen mit unheilbaren Krankheiten. Ungerechte soziale Verhältnisse, Arbeitslosigkeit, Armut, verfehlte Politik,  Baumsterben, Treibhausgase, keine Luft zum Atmen. Und dann jetzt dieser Virus, mit all den Einschränkungen in unserem täglichen Leben und Erleben. Da kann man schon den Mut verlieren. Da kann man auch mal den Glauben verlieren. Ist deine Auferstehung wahr? Hast du uns wirklich das Heil geschenkt? Lass uns nicht allein mit unseren Fragen! Mach der Mutlosigkeit ein Ende! Gib uns wieder Hoffnung in dieser Zeit! Schenke uns kleine Zeichen deiner Gnade! Wir wollen nicht mehr in Angst leben, ohne Glauben, ohne Zuversicht, ohne Hoffnung und Humor. Mit Ostern willst du unser Leben neu machen. Wiedergeboren sollen wir werden, zu neuen Menschen, mit neuem Glauben, neuer Liebe und neuer Hoffnung. Schenke uns Stärke und Phantasie, dies zu erkennen und zu leben. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen! Gehen Sie behütet und fröhlich in die Zukunft. Gottes Segen begleite Sie.


SAMSTAG 18.04.2020

Tageslosung

Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen. (Jeremia 8,7)

Lesung zum Tage

Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. (Titus 2,14)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.

Wenn ich glaube, lebe ich anders.
Ich brauche nicht zu hetzen.
Ich habe nicht ständig Angst, etwas zu verpassen.
Ich bin gelassen.
Ich kann das Mögliche tun und das Unmögliche wagen.
Nichts wirft mich um, denn ich trage eine unverlierbare Hoffnung im Kopf und im Herzen:
Du, Gott, wirst alles zu einem guten Ende bringen.
Bruno Griemens  © Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer
Amen.


FREITAG 17.04.2020

Tageslosung

Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen. (Psalm 71,3)

Lesung zum Tage

Le Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. (2. Timotheus 4,18)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, manchmal liegen wir da und träume von dem, was Leben sein könnte.
Nimm du diese Träume behutsam in deine Hand, damit sie nicht wie Seifenblasen zerplatzen, sondern eines Tages zum Leben erwachen.
Amen.


DONNERSTAG 16.04.2020

Tageslosung

Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug! (Jesaja 5,21)

Lesung zum Tage

Wir haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. (1. Korinther 2,12)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wir rechen mit vielen Gegebenheiten und lernen sie neu einzuordnen: das Internet, google, WhatsApp, Skype, Zoom, Teams, ja sogar Wikipedia.
Aber Gott, mit Google kann ich dich nicht finden, mit Wikipedia kann ich dich nicht verstehen, mit WhatsApp kann ich dir nichts posten, mit Skype, Zoom, Teams und allem anderen dich nicht sehen. Aber ich vertraue darauf, dass du immer für mich online bist.
Danke dafür und Amen.


MITTWOCH 15.04.2020

Tageslosung

Der HERR, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt. (5. Mose 2,7)

Lesung zum Tage

Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben. (2. Korinther 6, 4.10)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Ich muss nicht alle Länder der Welt bereisen, aber mit dir, Gott, ein Land finden, in dem Liebe, Zärtlichkeit und Zuversicht auf mich warten.
Ich muss jeden Tag neu aufbrechen um Neues zu erfahren, aber ich möchte den Tag nicht verpassen, an dem meine große Reise in eine neue Zukunft beginnt.
Darum bitte ich dich, Gott, sein bei mir auf meinem Weg.
Amen.


DIENSTAG 14.04.2020

Tageslosung

Meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten. (Jesaja 51,5)

Lesung zum Tage

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Auferstandener Gott, du verbindest uns mit dem Himmel.
Wir verbinden Dich mit unserer Sehnsucht und bitten Dich für alle, die wir vermissen und mit denen wir sonst Oster gefeiert hätten.
Behüte und beschütze sie und uns alle auf dem Weg in die Zukunft.
Amen.


OSTERMONTAG 13.04.2020
Ostern 2020 mit Posaunen

#osternvombalkon

Ob singend oder mit dem Instrument: Sänger*innen, Posaunenchorbläser*innen und Organist*innen vereinen sich zu einem “Flashmob auf Sicherheitsabstand” am Ostersonntag um 10:15 Uhr, am Ende des ZDF-Fernsehgottesdienstes. #osternvombalkon – Zuhause am Fenster, auf dem Balkon, im Garten, im Wald, auf dem Hof oder auf der Straße mit dem Trichter oder der Stimme gegen den Wind. Oder an den Orgeln bei weit geöffneten Kirchenfenstern und -protalen im großen Instrumenten-Tutti. – Alles selbstverständlich unter Berücksichtigung der dann geltenden Vorschriften, Gesetze und Handlungsempfehlungen! – Diese Aktion wird von den Verantwortlichen des ZDF-Fernsehgottesdienstes aufgenommen und der Gottesdienst damit “ausgeläutet”. – Alle spielen oder singen als ersten den Choral: “Christ ist erstanden”! Auf dass die Osterbotschaft an vielen verschiedenen Orten durch viele Menschen doch gefühlt wie ein Chor viele, viele Menschen erreicht. In der Stadt ebenso wie auf dem Land, so dass ein akustisches Oster-Band durch die Lande schallt. Und wer mag, darf gerne noch mehr spielen: EG 103 “Gelobet sei Gott im höchsten Thron”, EG 112 “Auf, auf, mein Herz, mit Freuden”, EG 116 “Er ist erstanden, Halleluja” und EG 117 “Der schöne Ostertag”.

Tageslosung

Jakob zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes. (1. Mose 32,2)

Lesung zum Tage

Der Engel sprach zu den Frauen: Geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. (Matthäus  28,5.7)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Durch Jesus Christus bist du gegenwärtig.
Er ist auferstanden, wahrhaftig auferstanden. Sein Licht macht unser Leben hell.
Seine Liebe durchbricht unsere Erstarrung. Sein Heil erlöst uns.
Der Tod hat verloren. Denn er ist auferstanden!
Amen.


OSTERSONNTAG 12.04.2020

EINGANG

Wir feiern Ostern, das Fest der Auferstehung. Wir feiern, dass Jesus Christus die Dunkelheit des Todes überwunden hat, dass uns unsere Schuld vergeben wird, dass wir den Tod als Strafe nicht fürchten, dass wir neu anfangen können und uns ein neues Leben geschenkt wird. Durch Jesus wissen wir, dass das Leben stärker ist als der Tod. Darum feiern wir Ostern, das Fest der Freude und des Lebens. Wir freuen uns, dass Jesus auferstanden ist und lebt und dass auch wir, – durch ihn befreit, – leben dürfen.

Maurice Chevalier hat einmal gesagt: Da gibt es Millionen von Menschen, die sich nach Unsterblichkeit sehen, die aber nicht wissen, was sie mit einem Sonntagvormittag anfangen sollen.

Und Karl Barth: Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit einem tragischen Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.

Weil Gott uns in Jesus Christus die Hoffnung und das Leben neu geschenkt hat, dafür sagen wir Danke. Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb. 1, 18

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.Das ist die Botschaft des Tages. Darum wollen wir, der Dunkelheit der Welt entgegen, unseren Mut nicht sinken lassen und voller Freude Ostern feiern. Um uns zu stärken, unsere Geduld zu kräftigen, unser Vertrauen und unseren Glauben. An unterschiedlichen Orten. Einander in Gedanken und Gebet verbunden.

PSALM 118, 14-24

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke. Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen. Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

EVANGELIUM  Markus 16, 1-8 [BasisBibel]

Es ist nicht leicht, die Botschaft an die Auferstehung zu glauben. und davon zu erzählen. Das sehen wir an den Frauen, die am Ostermorgen zum Grab gekommen sind. Sie wollen einen geliebten Toten aufsuchen und hören stattdessen von einem, der lebt. Kein Wunder, dass es ihnen zunächst einmal die Sprache verschlägt über das Wunder. Das Wunder, dass einer dem Tod entkam und durch ihn die Auferstehung und das Leben gekommen ist. Markus erzählt es am Ende seines Evangeliums so:

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome duftende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr. Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.« Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich.

LIED EG 99 – Christ ist erstanden

IMPULS

Es begab sich aber zu der Zeit. Damals, im Dunkel der Nacht, als Jesus Christus für uns Mensch geworden ist. Da wurde eine große und großartige Geschichte in Gang gesetzt. Dieser Jesus von Nazareth, Gottes Sohn; er hat Kranke geheilt, hat den Armen und Schwachen der Gesellschaft geholfen. Unter Anfeindung hat er gelitten. Mit Jubel wurde er in Jerusalem empfangen. Um dann unter dem Jubel der Menge getötet zu werden.
Aber dann geschieht das scheinbar Unmögliche. Im beginnenden Morgen ereignet sich das Wunder der Auferstehung. Das Werk unserer Erlösung. Unsere Befreiung von Schuld, Leid und ewigem Tod.
Am Ostermorgen hören wir die großartige Geschichte von Gottes Handeln in der Welt. Er hat die Macht, die Fesseln des Todes zu zerstören. Der, der tot war, ist nicht im Grab geblieben. Er ist auferstanden, wahrhaftig auferstanden. Und darum ist es also so, dass wenn wir Ostern feiern, wir eigentlich das Leben feiern. Es ist ein Fest des Glaubens, nicht der alltäglichen Erfahrungen. Wir feiern den Glauben an ein Leben, in dem sich die Liebe durchsetzt.
Was wir aber derzeit in unserem Leben finden, widerspricht scheinbar diesem Glauben. Als Menschen sind wir zur Gemeinschaft gerufen, zur Freiheit, zur Nähe und zur Liebe. Und auf Grund der aktuellen Lage, können wir genau dies alles gerade nicht leben. Der CORONA-Virus steht dem entgegen. Das gesellschaftliche Leben, das kirchliche Leben, ja sogar ein Großteil des familiären Lebens liegt brach. Wir können nicht mit unseren Liebsten und Lieben zusammen sein. Zu ihrem und unserem eigenen Schutz.
Die Kunst und die Kultur liegen brach. Gut, dass es wenigstens das Fernsehen, die Streamingdienste und die Videoplattformen gibt. Nur sie sind kein wirklicher Ersatz für das live erleben. Denn live bedeutet echtes Leben.
Wir erleben Unvernunft allerorten, hören und sehen die Unbelehrbaren und die Egoisten. Trotz der schweren Krise, gibt es die Kriegstreiber, Rassisten, rechten Ignoranten, die Profiteure der Angst und Unsicherheit. Sie versetzen uns mit ihren Parolen und Handlungen in Angst und Schrecken. Urteilen über andere und nehmen den Tod von Menschen in Kauf.
Überall hier hat der Tod das letzte Wort. Der große, endgültige und die vielen kleinen persönlichen Tode, wenn Vertrauen und Hoffnung absterben. Wo Menschen medizinische Hilfe oder Ärztinnen und Ärzten und Pflegenden der nötige Schutz fehlt, dann hat der Tod das letzte Wort. Der Tod wird Druckmittel, um eigene Interessen durchzusetzen. Der Tod wird Angstmacher, um Panik zu  schüren. Der Tod ist und bleibt letzte Grenze des menschlichen Denkens und Handelns. Das Leid, die Angst und der Tod, sie machen hilflos, hoffnungslos, seelenlos.
Aber die Botschaft von Ostern widerspricht all dem. Zersprengt alle Vorstellungen von der Macht des Todes. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Der, der am Kreuz starb ist nicht im Grab geblieben. Der, der hilflos, hoffnungslos und allein war, er lebt.
Nicht der Tod, sondern das Leben hat das letzte Wort. Der Stein ist weggerollt. Die Botschaft der Engel gilt: Fürchtet euch nicht. Es gilt neue Wege zu gehen. Das Leben neu zu entdecken. Gott hat die Welt so sehr geliebt – und liebt sie noch -, dass er seinen Sohn nicht nur in den Tod gab, sondern ihn vom Tode auferweckte. Damit alle die, an ihn glauben, das Leben, und nicht nur das ewige, haben.
Das Geschehen von Ostern schenkt uns neue Hoffnung. Der Tod hat keine Macht mehr, er wird verdrängt vom Leben. Aus dieser Hoffnung heraus dürfen und müssen wir als Christen unseren Alltag bestreiten. Wir brauchen uns nicht einschüchtern lassen von diesem Virus, der uns scheinbar fest im Griff hat. Wir brauchen nicht hoffnungslos werden, angesichts der Unsicherheiten, wie es weitergehen wird. Wir brauchen keine Angst zeigen vor denen, die das Leben missachten und sich nicht an Regeln halten. Aber das ist so schwer zu verstehen. Dass nicht das Leid, die Angst und der Tod das letzte Wort haben, sondern das Leben. Dass am Ende nicht das Nichts steht, sondern am Ende steht das Leben. Ein neuer Anfang.
Die Frohe Botschaft von Ostern hat ihren Ausgangspunkt an einem Kreuz. Ob in Jerusalem, in Rom, Madrid, Berlin, in Bocholt und anderswo. Das Kreuz, ein weggewälzter Stein. Die Begegnung mit den Frauen am Grab. Furcht vor dem, was da geschieht. Wie es derzeit auch an vielen Stellen bei uns ist. Aber das ist nicht das Letzte. Denn am Ende wird vor allem anderen neue Hoffnung und neue Zukunft stehen. Das alles ist Neuanfang. Die Begegnung mit der Auferstehung ist Neuanfang. Darum dürfen wir gerade in diesen Tagen, in denen unsere Freiheit eingeschränkt scheint, wie noch nie, in denen wir so oft mit Krankheit und Tod konfrontiert werden, wie seit den letzten Kriegen und Naturkatastrophen nicht mehr, Ostern feiern. Weil Gott wirklich den Tod besiegt hat, weil Christus wirklich auferstanden ist. Und weil das Leben so unendlich stärker ist, als es Angst, Leid und Tod jemals sein könnten.
Wenn wir Christen das nicht mehr voller Überzeugung – trotz aller Zweifel – am Leben, an der Liebe und der Hoffnung auf eine gute Zukunft festhalten, dann lassen wir den Stein liegen und das Grab bleibt verschlossen. Dann verlassen wir den Weg, der ins Leben führt. Denn die Botschaft von Ostern heißt nicht, vergessen und weitermachen, oder Augen zu und durch. Sie heißt glauben und vertrauen, lieben und leben. Sie heißt verändern was zu verändern geht. Sich der Begegnung mit dem Leid stellen und es mit Liebe überwinden. Mit anderen auf dem Weg sein um ihnen Hoffnung zu schenken. Und das Ziel nicht aus den Augen verlieren, auch, wenn es noch so weit entfernt und manchmal unerreichbar scheint. Dazu wurde Gott Mensch, um uns die Liebe zu geben, die weiter reicht als der Tod. Dafür wurde Christus geboren, dafür ist er gestorben und dafür ist er auferstanden – ja, er ist wahrhaftig auferstanden! Amen.

FÜRBITTEN

Lebendiger, wunderbarer Gott! In Jesus Christus hast du den Tod überwunden und allem Tod widersprochen. Wir danken dir, dass du auch uns mit neuem Leben beschenkst und uns in deiner Hand geborgen hältst. Weil du treu bist, wenden wir uns mit unsern Bitten an dich.
Wir bitten für die Schöpfung. Für alle Menschen, Tiere und Pflanzen, Luft und Wasser. Bewahre uns davor, dass ein Virus und unser leichtsinniger Umgang damit, unser Leben in dieser Schöpfung bedroht.
Wir bitten für unsere Gesellschaft. Für alle, die wir lieben, alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind, für alle Kranken daheim und in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Bewahre uns davor, sie zu vergessen oder sich selbst zu überlassen und gib uns Kraft und Ideen, ihnen Zeichen unserer Liebe zu übermitteln.
Wir bitten für alle, die helfen. Für die helfenden Hände in der Medizin, der Pflege, der Pharmazie, dem Handel, der Polizei und Feuerwehr, die uns mit Essen und Alltäglichem versorgen. Aber auch für die, die derzeit in ihrer Existenz bedroht sind in der Kunst, der Kultur, der Wirtschaft und dem Einzelhandel. Bewahre uns davor zu ignorieren, dass sie sich und ihre Kraft und ihre Gaben füreinander einsetzen. Lass sie nicht müde oder enttäuscht werden in dem, was sie tun und lass uns erkennen, wie wichtig sie für uns sind und ihnen Dank sagen.
Wir bitten dich für deine Kirche. Für alle, die deine frohe Botschaft weitertragen. Verhindere, dass Menschen gehindert werden, an dich zu glauben, und verfolgt werden, weil sie sich zu dir bekennen.
Du hast versprochen, bei uns zu sein bis an das Ende der Welt. Wir verlassen uns auf dich. Wir bitten dich für die Leidenden und die Sterbenden, für alle, die den Tod vor Augen haben und Abschied nehmen müssen vom Leben. Verhindere, dass ihre Würde verletzt wird und Trauer keinen Raum bekommt. Dir vertrauen wir uns an, im Leben und im Sterben und voller Hoffnung auf deine Zukunft. Wie du, Gott, das Ende überwunden, Neues geschaffen und dem Leben zum Sieg verholfen hast, so lass auch uns im Vertrauen auf dich aufstehen, Neues wagen und das Leben gewinnen.  Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen!

GESEGNETE UND FRÖHLICHE OSTERN AN ALLEN ORTEN


KARSAMSTAG 11.04.2020

Tageslosung

Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! (Jeremia 14,7)

Lesung zum Tage

Christus hat unsre Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. (1. Petrus 2,24)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gerade jetzt, in dieser Zeit der Entbehrung schenke allen, die nicht mehr hoffen können, neue Hoffnung.
Allen, die nicht mehr glauben können, weil sie dich weit weg wähnen, neues Vertrauen.
Allen, die sich nicht mehr vorstellen können, was werden soll, gib neue Zuversicht.
Wir schauen auf zu dir. Du schweigst. Bist selbst durch das Leid gegangen.
Und gerade jetzt, wo du weit weg und die Hoffnung leer erscheint, hoffen wir auf dein Erscheinen.
Amen.


KARFREITAG 10.04.2020

WOCHENSPRUCH

Zum Karfreitag. Dem Tag der Kreuzigung Jesu.

Eigentlich möchte ich nicht über Sterben und Tod nachdenken. Zu real ist das im Augenblick geworden. Leid und Tod überall um mich herum. Vielleicht nicht nur in den Nachrichten, sondern auch ganz persönlich.
Aber von einem Tod redet der heutige Karfreitag. Jedoch von einem Tod, der Zukunft eröffnet und nicht verschließt, oder beendet. Der Karfreitag erzählt von einem Tod, der hoffen lässt und nicht verzweifeln, ein Sterben das sich auf Liebe und lebendige Zukunft gründet.
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3,16)
Eigentlich möchte ich nicht über Sterben und Tod nachdenken. Zu real ist das im Augenblick geworden. Aber der Karfreitag redet nicht nur vom Tod. Er redet auch von Gottes Liebe, die Zukunft eröffnet.

PSALM 22 i.A. [Luther2017]

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«  Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

EVANGELIUM  Text (Johannes 19, 16-30)  [LUTHER2017] 

Das Ende der Passion Jesu, wie sie Johannes im 19. Kapitel berichtet:

Da überantwortete Pilatus ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen. « Das taten die Soldaten.  Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

WOCHENLIED EG 85; O Haupt voll Blut und Wunden

IMPULS

In diesem Jahr sollte die Leidensgeschichte Jesu im Karfreitagsgottesdienst an der Christuskirche zum Klingen gebracht werden – mit der Johannespassion von Hermann Schroeder.
Aber wir müssen uns damit abfinden, dass dies in diesem Jahr nicht so ist.
Wir müssen der nackten Wahrheit ins Gesicht sehen, dass vieles von dem, was für dieses Jahr, für die Schule, die Ferien, die Arbeit und den Urlaub, ja für das ganze private und öffentliche Leben geplant haben, nicht Wirklichkeit wird. Jedenfalls nicht im Augenblick.
Wir müssen der nackten Wahrheit ins Gesicht blicken, dass ein Virus – CORONA mit Namen – unsere Normalität zum Erliegen gebracht hat. Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich sind. Nähe ein für viele unerreichbarer Luxus. Die Nachrichten mit den schrecklichen Bildern von überall auf der Welt bedrängen uns jeden Tag.
Der nackten Wahrheit ins Gesicht sehen. Das müssen wir oft. Besonders jetzt.
Der Zug ist am Richtplatz angekommen. Golgota heißt der Hügel vor den Toren der Stadt, Schädelstätte. Es ist kaum eine Woche her, da legten sie ihm noch ihre Kleider zu Füßen. Jetzt reißen sie Jesus seine Kleider vom Leib. Allein der Gedanke. Kann es nicht endlich ein Ende haben? Und es hat ja nun ein Ende.
Es bleibt nur noch, der nackten Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Die Meute verteilt  unterdessen schon einmal die Beute. Viel ist es nicht, aber immer noch besser als gar nichts. Der Leibrock, das Untergewand ist etwas Besonderes. Er ist in einem Stück durchgewebt und soll nicht zerteilt werden. Der wird ausgelost.
So steht Jesus ohne alles da. Selbst sein letztes Hemd muss er noch hergeben. Nichts bleibt ihm, nicht einmal ein Rest von Intimität. Sie stellen Jesus bloß. Er ist ihnen schutzlos ausgeliefert. Wie wir dem Leben. Wer kann nun noch retten?
Die Soldaten werfen über Jesu letzte Habe das Los. Mehr blieb nicht übrig von ihm. Aber war Jesus selbst, sein Leben, sein Werk, sein Vermächtnis nicht viel mehr, als ein bloßes Gewand?
Jesus wollte die Menschen unter Gottes grenzenloser Liebe einen. Die Starken und die Schwachen im Glauben. Er wollte ein Mit- und Füreinander, kein bloßes Nebeneinander.
Unsere Wirklichkeit steht dazu in ziemlichen Kontrast. Vieles ist zu einem Nebeneinander geworden. Gezwungenermaßen.
Wir sollen – ja müssen uns aus dem Weg gehen. Zu unserer eigenen Sicherheit und zum Schutz anderer.
Wir sollen – wenn auch auf Distanz – füreinander da sein.
Und viele sind es. Die Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal, die Kassiererinnen und Kassierer, Polizei und Müllabfuhr, die in den Apotheken und Drogeriemärkten.
Aber da sind auch die anderen. Die Klopapierhorter und an sich selbst zuerst Denker. Die rücksichtslosen Huster mitten ins Gesicht derer, die versuchen in dieser Situation mit sich und der Welt klarzukommen. Die, die es nicht schaffen, Einsicht zu zeigen und für sich zu bleiben in einer Zeit, in der Gemeinschaft und Sicherheit gerade das bedeutet.
Und am Kreuz hängt einer, der die Liebe zu den Menschen bringen wollte und stirbt an der Zerrissenheit der Welt. Und die ist ein Stück selbstgemacht.
Unser Leben, es besteht aus so vielen Teilen, die wir nicht mehr zusammenbringen. Wir leben aneinander vorbei. Schauen auf das unsre. Das ist ja erst einmal auch nicht schlecht. Aber darüber vergessen wir die anderen.
Wir sind zur Gemeinschaft gerufen. Zur Gemeinschaft untereinander und zur Gemeinschaft mit Gott. Aber derzeit prägt pure Zerrissenheit unser Leben.
Die Angst vor Sterben und Tod lässt uns das Ich im Hier und Jetzt als verlockende Alternative erscheinen.
Wir sehnen uns danach, unser Leben aus vollen Zügen genießen. Und spüren, wie wenig es uns gelingt.
Und dann bekommen wir am Karfreitag diesen gekreuzigten und geschlagenen Menschen vor Augen geführt. Den, der den Leidensweg für uns gegangen ist. Wir schauen auf diesen Menschen. Seine Botschaft, seine Hinterlassenschaft. Und merken, wie wenig wir verstanden haben. Wie sehr wir an allem ziehen und zerren, was wir wollen und es – und uns selbst – dabei nur zerreißen. Selbst unser Heil. Und es bleibt – so scheint es – allein das Dunkel, der Tod und die schwindende Hoffnung auf Licht. Einsamkeit. Zweifel. Angst vor dem Morgen. Wir sehnen uns nach Mitgefühl, nach Menschlichkeit, nach Hoffnung, Liebe nach Glauben. Aber alles scheint durchkreuzt,  zerrissen. Karfreitag, der Tag der Gottverlassenheit des Menschen. Der Tag, an dem man an Gott zweifelt.
Und in das Dunkel der Welt hinein. In die Zerrissenheit des Lebens. In die Angst, was noch kommen kann trifft uns der Satz, der alles durchbricht: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3,16)
Von Judas verraten, von Petrus verleugnet, angesichts eines stumm zuschauenden Volkes, spottender heidnischer Soldaten, um das was ihnen vermeintlich zusteht Zerrende, Ignoranten, Kriegstreiber, Fremdenhasser …
Inmitten von Menschen, die helfen, sorgen, glauben, weinen, klagen, vertrauen und hoffen …
Wo immer du dich wiederfindest, Gottes Liebe will heilen, was zerrissen ist. Im Gekreuzigten will Gott die Welt zusammenbringen. Durch seine Liebe, die selbst den Tod überwindet, die Menschen in eine gute Zukunft führen. Im Gekreuzigten will er zusammenbringen, was auseinander ist: Mensch und Gott.
Der Gekreuzigte ist der Mittler. Fürsprecher. Hoffnungsträger. Begleiter. Mensch. Unserer oberflächlichen, lauten, manchmal auch elenden Welt bleibt Gottes Liebe oft verborgen. Und doch ist sie trotz aller Unscheinbarkeit da.
An den Kreuzungen unseres Lebens wartet Gott.
In der Zerrissenheit versucht er uns in seiner Liebe zusammenzubringen.
Gott ist im nackten Menschen aus Nazareth. Und dieser ging seinen Weg vom Kreuz zum Leben, damit fortan jeder Weg zum Leben führt. Im Gekreuzigten hat Gottes Liebe über die Welt gesiegt, damit alle erfahren, wer, wo und wie Gott ist. Damit alle erfahren, auch im dunkelsten Dunkel des Lebens und des Todes, gilt uns die Liebe Gottes.
Verbunden mit der einen letzten nackten Wahrheit, die uns allen zugemutet ist. Das Leben als liebender Mensch zu bestehen.
Selbst dann, wenn wir mit Leid und Tod konfrontiert werden.
Selbst dann, wenn wir nicht wissen, was wir tun sollen.  Amen.

FÜRBITTEN

Gott, hier sind wir. Dunkel im Herzen, unklare Hoffnung, allein, unsicher.
Wir denken an alle, die wir lieben. Was tun sie gerade?
Wir denken an alle Kranken und Sterbenden. Die in unserer Stadt. Die in Europa. In Krankenhäusern. In Lagern. Wie wird es weitergehen für sie?
Wir denken an alle, die helfen, die retten. Werden sie durchhalten?
Wir denken an das, was uns und andere bedrückt. Angst. Schuld. Verzweiflung.
Wir vertrauen es dir an, Gott. Jetzt. Und hoffen auf ein Zeichen deiner Liebe.
Wir wissen nicht, was kommt, Gott. Aber wir beten, wie du es uns mit den Worten deines Sohnes gezeigt hast:

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Der Segen Gottes begleite uns durch diese Zeit! Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen!


GRÜNDONNERSTAG 09.04.2020

 

WOCHENSPRUCH

Es ist Gründonnerstag. Gottesdienst sollte gefeiert werden. Am Abend. Denn der Gründonnerstag erinnert uns an den letzten Abend, an dem Jesus gemeinsam mit seinen Jüngern aß. Und er erinnert uns daran, dass Gott in und durch Jesus Christus bei uns sein will. Ganz nah. Leibhaftig. Ja, Gott will bei uns sein, sucht unsere Nähe. Mitten unter den Menschen, die sich erinnern wollen, was am letzten Abend geschah, als Jesus mit seinen Jüngern das Mahl feierte. Es ist nur eine Erinnerung. Und doch ist zu spüren, wie nahe uns Gott kommen kann.
Es ist Gründonnerstag. Gottesdienst sollte gefeiert werden. Die bekannte Einladung ausgesprochen werden. Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist. Gott lädt uns zu sich ein. Er lädt uns ein in Jesus Christus. Er lädt uns zu seinem Mahl, denn: Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. (Ps 111, 4)
Gemeinsam feiern können wir nicht. Brot uns Rebensaft weiterreichen – im engsten Kreise vielleicht. Diese Zeit macht uns Gemeinschaft schwer. Aber allen Umständen zum Trotz feiern wir Gott in unserer Mitte. Um uns zu stärken, unsere Geduld zu kräftigen, unser Vertrauen und unseren Glauben. An unterschiedlichen Orten. Einander in Gedanken und Gebet verbunden.

PSALM 111

Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran. Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt auf ewig an seinen Bund. Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Völker. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig. Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind geschaffen wahrhaftig und recht. Er sandte Erlösung seinem Volk und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name.  Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Wahrhaft klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.

EVANGELIUM Lukas 22, 7-12 [Luther2017] 

In der Passionszeit werden wir an den Leidensweg Jesu erinnert. Wir werden daran erinnert, was damals geschehen ist. Wir werden auch daran erinnert, dass Jesu Leben und Leiden unser Leben und Leiden betrifft. Dieses Erinnern zu vergessen oder zu unterlassen, ist fatal. Das Erinnern soll uns nicht bestimmen. Es war früher nicht alles besser. Das Erinnern soll uns aber helfen, das hier und jetzt zu verstehen. So ist das Vergangene auch heute noch wirklich. Die Erinnerung Schlüssel zur Zukunft.
Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1. Kor 11, 23 b – 26)
Das ist nicht nur einfach so dahingesagt. Auch, wenn der moderne Mensch fragt: Ist das Brot nun wirklich der Leib Christi? Ist der Wein nun wirklich das Blut Christi? Das ist zu kurz gefragt und zu schnell gedacht. Der Jesus Christus der Vergangenheit ist der Jesus Christus jetzt und in Zukunft. Sein Wirken ist nicht fertig. Nicht abgeschlossen. Christus ist wirklich gegenwärtig, indem er “erinnert” wird. Das Lukasevangelium erzählt, was damals war (Lk 22,7-21)
Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm opfern musste. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir’s essen.  Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir’s bereiten? Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?  Und er wird euch einen großen Saal zeigen, schön ausgelegt; dort bereitet das Mahl. Sie gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm. Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!

LIED EG 229; Kommt mit Gaben und Lobgesang

IMPULS

Ein Raum. Ein Tisch. Leere. Es ist gerade nichts zu sehen von dem, was normalerweise hier ist. Menschen, die sich versammeln. Menschen, die sich begegnen. Einander Aufmerksamkeit und Nähe schenken. Ein Raum. Ein Tisch. Leere.

Auf dem Tisch Becher, ein Krug, Krümel. Es scheint ein Mahl gewesen zu sein. Aber nun ist alles abgeräumt. Nur die Reste noch auf dem Tisch. Was war, ist bloß noch Erinnerung.
Wie jetzt. Gesellschaftliches Leben, Kultur erleben, Nähe von bekannten und unbekannten Menschen. Wie aus einer vergangenen Zeit. Dabei ist das alles noch gar nicht so lange her. Vor gerade erst einmal 26 Tagen – oder sind es schon 30? – hat sich alles verändert. Und es scheint eine Ewigkeit zu sein. Wir erinnern uns an vieles, was wir genießen konnten. Leider vergessen manche ihre Verantwortung in der besonderen Situation. Und manche vergessen ihre Mitmenschen, egal wie nah oder fern sie sich stehen.
Vergessen und erinnern. Es tut weh, wie schnell manchmal jemand vergessen wird. Es ist schmerzlich, wie schnell Dinge, Erlebnisse, Erfahrungen vergessen werden. Das hat Jesus auch erleben müssen. Eben noch hatten sie ihm zugejubelt. Hosianna gerufen und Palmzweige auf den Boden gelegt. Darüber ihre Kleider. Ja keinen Staub aufwirbeln auf dem Weg, für den, der so viel Staub aufgewirbelt hatte. Und nun.
Er wusste, was kommt, sah sein Ende. Einmal noch feiert er das Mahl mit seinen Jüngern. Sie erinnern sich an den Auszug aus Ägypten. Die Befreiung aus der Sklaverei. Daran erinnerten sie sich beim Passahmahl. Wie es die Tradition war. Die jüdische Religion ist wahrscheinlich die, die das Erinnern am deutlichsten pflegt. Von den Eltern auf die Kinder. Über die Kinder auf die Enkel wird die Erinnerung übertragen: Gott hat uns befreit. er “er-innert” wird, wird nicht herausfallen aus dem heilenden Ganzen.
Erinnern macht gewiss. Erinnern tröstet. Erinnern heilt. Erinnerung überwindet Grenzen.
Erinnern eröffnet aber auch Zukunft. Nicht nach dem Motto: Früher war alles besser! Nein, war es nicht! Es war anders!
Erinnern aber hilft, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft neu in den Blick zunehmen. Die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, sondern das Denken zu verändern. So ist auch die Kirche Jesu Christi eine heilende Gemeinschaft. Sie erinnert an Jesus Christus. In ihrem Innern lebt und wirkt und heilt Jesus Christus. Zur Gemeinschaft der Heiligen, die wir im  Glaubensbekenntnis bekennen, gehören sie alle. Die schon waren, die noch sind und die noch kommen. Überall dort, wo Jesus Christus erinnert wird. Dort bleibt nichts Trennendes. Es bleibt Vergangenes. Es bleiben Leid und Tod. Sie sind nicht aus der Welt geschafft. Sie gehören zum Leben dazu. Aber die Erinnerung, dass Gott bei uns ist, eröffnet Zukunft. Gottes Nähe gibt uns Kraft, den Weg in die Zukunft zu gehen. Gestärkt und ermutigt.
Ein Raum. Ein Tisch. Leere. Es ist gerade nichts zu sehen von dem, was normalerweise hier ist. Menschen, die sich versammeln. Menschen, die sich begegnen. Einander Aufmerksamkeit und Nähe schenken. Ein Raum. Ein Tisch. Leere. Auf dem Tisch Becher, ein Krug, Krümel. Wie vergessen. Was war, ist nur noch bloße Erinnerung. Was bleibt ist die Erinnerung. Die Erinnerung  an die großartige Tat Gottes.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.  (Joh 3, 16)

 

VATER UNSER

Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Wir beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen. Es segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.


Mittwoch, 08.04.2020

Tageslosung

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. (Psalm 51,14)

Lesung zum Tage

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden. (Johannes 16,20)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Sieh uns in diesen Stunden, Tagen und Wochen.
Wir müssen auf Distanz gehen, keine fremden Häuser betreten, nicht einmal die, unserer Freunde.
Wir bleiben ohne Nähe, Zuneigung, Händeschütteln oder Umarmung.
Körperliche Nähe fehlt an vielen Stellen.
Darum bitten wir Dich, Gott um Nähe, dass du uns in deine Arme schließt, dass wir spüren, bei dir sind wir gebogen.
Amen.


Dienstag, 07.04.2020

Tageslosung

Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst. (Zefania 3,15)

Lesung zum Tage

Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? (Markus 4,40)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, sieh uns in diesen Tagen.
Es wird sich erst einmal nichts ändern.
Die Zeit des Leidens und Sterben deines Sohnes, der Tag seiner Auferstehung, alles rückt näher.
Wir wollen das alles nicht aus den Augen verlieren, aber vieles beschäftigt uns, vieles hindert uns.
Vor allem, dass wir das große Fest nicht feiern können.
Aber das Fest wird kommen. Du wirst bei uns sein; durch Christus, deinen Sohn.
An seiner Seite sind wir frei.
Amen.


Montag, 06.04.2020

Tageslosung

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. (Hosea 8,12)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. (Johannes 18,37)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Eigentlich hätten die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch viele Eltern jetzt Ferien.
Aber was sind das für Ferien, lieber Gott!
Hilf uns in diesen Ferien, die keine und keiner so richtig wahrnehmen und genießen kann, mit weniger Mobilität und persönlicher Nähe auszukommen.
Lass uns den Raum, der uns gerade bleibt, als Geschenk unserer Selbstfindung begreifen und nutzen.
Hilf uns, unsere alten Illusionen loszulassen und geschmiedeten Plänen nicht länger nachzutrauern.
Zeig uns neue Ziele.
Amen.


PALMSONNTAG 05.04.2020

WOCHENSPRUCH

Zu diesem Sonntag wird uns gesagt: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh 3,14b.15)
Wir denken an die letzten Tage Jesu vor seinem Tod und seiner Auferstehung.
Palmzweige und Kleider sollen seinen Weg angenehm machen, wie für einen König.
Nur reitet er auf einem Esel und kommt nicht hoch zu Ross.
Am Ende geht er den letzten Weg jedoch allein und verlassen, ganz unköniglich.
Wünschte, es wäre jemand da für ihn.
Das wünscht sich gerade auch der eine oder die andere.
Oma und Opa, Vater und Mutter, Freund oder Freundin an der Seite in dieser schweren Zeit.
Bitten wir Gott immer wieder an unsere Seite, dass er uns begleite auf unserem Weg.

PSALM 69 i.A. [Luther2017]

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!

EVANGELIUM Johannes 12, 12-19 [Luther2017]

Am Palmsonntag beginnt mit hellem Jubel eigentlich eine Tragödie. Eine Tragödie, die sich angebahnt hat. Am Anfang der Jubel, am Ende das Kreuz. Fünf dramatische Tage voll innerer Spannung! Es gibt diese Geschichten, die wir lesen oder sehen. Wir sind aufmerksam,  welche menschlichen Tragödien sich da abspielen, verstehen aber noch nicht, was passiert. Erst später geht uns ein Licht auf. Dann fallen uns Worte ein, wir erinnern uns an Begebenheiten, und was wir nicht zu deuten wussten, bekommt plötzlich einen Sinn. So beschreibt der Evangelist Johannes die Jünger beim Einzug Jesu in Jerusalem. Sie können nicht verstehen, was das bedeutet, als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzieht. Erst später begreifen sie. So erzählt uns Johannes im 12. Kapitel:

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

WOCHENLIED EG 91 – Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken 

IMPULS

Ein Lied zum Advent: EG 11, 1+2; Wie soll ich dich empfangen

  1. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 
  2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

Adventszeit. Weihnachtszeit. Passionszeit. Stille Zeit. Besinnliche Zeit.
Aber nicht “Stille Nacht, heilige Nacht”. Da war keine Stille im Stall.
Die Hirten, die Engel, meinetwegen auch noch Ochs und Esel, die Anbetung der Könige, die Flucht nach Ägypten. Von wegen Stille, nur Gesang, Gerede und Gerenne.
Gut, bei uns draußen herrscht im Augenblick Stille, eine merkwürdige Ruhe.
Wenig Gesang, wenig Gerenne, aber viel Gerede und dahinter eine innere Gereiztheit.
Wie lange noch dieser ungewohnte, unnormale Zustand. Es wäre schön, wenn das endlich ein Ende hätte mit dieser Stille.
Beim Einzug in Jerusalem war auch alles andere als Stille. Der letzte Sonntag der Passionszeit, der Palmsonntag, erinnert traditionell an den Tag, an dem Jesus in Jerusalem eingezogen ist.
Er hat seinen Namen von den Palmzweigen, mit denen nach der Erzählung der Evangelien die Menschen in Jerusalem Jesus bei seinem Einzug begrüßten.
Jesus reitet in die Stadt, die ihm den Tod bringen soll, über Palmzweige und Mäntel. So, wie man die Straße für einen Herrscher, Kriegsherrn oder König herrichtet.
Ich erinnere mich an viele schöne Gottesdienste, in denen wir damals in meiner Heimat genau das vorgespielt haben. Den Einzug in Jerusalem – einmal sogar mit Esel. Also einem echten; und ich meine nicht den Pfarrer damals.
Und auch bei uns in der Christuskirche haben wir das schon einmal getan. Ohne Esel, aber mit den Kindern des damaligen Kindergottesdienstes. Freudig und ausgelassen und zugleich nachdenklich und feierlich. Wobei sich das eine nie dem anderen verschließt, oder verschließen sollte.
Nur, ist es überhaupt angemessen, gerade in der Passionszeit so ausgelassen zu feiern.
Ist es überhaupt erlaubt, sich in unserer derzeitigen Situation mit Feiern zu beschäftigen?
Bitte, es geht nicht um Partys, schon gar nicht um Corona-Partys.
Bitte nein! Nicht tun. Wir müssen alles tun, um Corona einzudämmen. Auch dann, wenn das bedeutet, für sich zu bleiben.
Zudem ist diese Jubelgeschichte vom Palmsonntag gar nicht so fröhlich, wie wir es manchmal meinen.
Mit Wilhelm Busch könnten wir sagen: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe! Denn, der da kommt, im Namen des Herrn und gefeiert wird, ist doch schon längst verloren.
Ohne Zweifel: Jesus war ein großer Mann, dem man zujubeln kann und darf. Er ist Gottes Sohn, hat Kranke geheilt, hat den Armen und Schwachen der Gesellschaft geholfen. Aber wir wissen auch, mit der Geschichte vom Einzug in Jerusalem, werden wir schon in die ganze Tragik seines Lebens mit hineingenommen, das am Kreuz endet. In eine Geschichte von Macht und Machtlosigkeit, Ohnmacht und Allmacht.
Diese Geschichte erleben viele gerade jetzt besonders auch für sich.
Diese Geschichte der Ohnmacht gegenüber einer weltumspannenden Situation aus Ungewissheit. Diese Geschichte von Hoffnung, dass alles schnell wieder anders, normal wird. Diese Geschichten von Ohnmacht und Hoffnung, Jesus vereint sie in seinem Leben. Jubel und Erniedrigung, Verunsicherung, Hoffen auf Neues, Lebenspendendes.
Der Palmsonntag führt uns das alles vor Augen. An fast keinem anderen Tag, wie am Palmsonntag stoßen wir derart deutlich auf die Gegensätze, die sich in der Person Jesu und seiner Geschichte verbinden. Jubel und Kreuz, Ehrung und Erniedrigung, Leid und Auferstehung.
Kein Sonntag bringt Karfreitag und Ostern so dicht zusammen, wie der Palmsonntag. Und wie kein anderer Sonntag fasst er zusammen, was in unserer Welt auch schon immer nebeneinander da ist. Freude und Leid, Leben und Tod. “Hosianna” und “Kreuzigt ihn”. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.
Diese Spannung erleben wir nicht nur am Palmsonntag in unserem Leben. Diese Spannung begleitet uns Tag um Tag. Gerade jetzt besonders.
Und jedes Mal aufs Neue stehen wir vor der Frage, wie wir damit umgehen? Woran wir, wenn wir über unser Christsein reden, glauben und unseren Alltag bestehen?
Im Konfirmandenunterricht versuche ich immer wieder, den jungen Menschen mit dieser Geschichte deutlich zu machen, dass unser christlicher Glaube nicht etwas ist, dass mit unserem Leben nichts zu tun hat. Sondern, dass sich die Fragen, die sich in unserem Leben immer wieder stellen, durch den christlichen Glauben – vielleicht nicht immer direkt und eindeutig – aber an verschiedenen Stellen leichter beantworten lassen. Das bedeutet nicht, dass unser Leben dadurch immer leichter wird. Im Gegenteil, manchmal wird es sogar schwieriger. Aber unser Glaube ist eine Möglichkeit, etwas von dem zu verstehen, was wirklich gelingendes Leben bedeuten kann. Nämlich in Freud und Leid in Gottes Liebe geborgen zu sein. Sichtbar und Unsichtbar.
Wie wir so Glauben leben können, wird uns gerade am Palmsonntag gezeigt.
Nämlich indem wir die Widersprüchlichkeiten des Lebens aushalten und ihnen vertrauensvoll entgegentreten ohne zu resignieren.
Denn immer ist in der Welt beides da: Freud und Leid, Leben und Tod. Nur dürfen wir uns damit nicht einfach zufrieden geben und uns in ein vermeintliches  Schicksal fügen.
Denn das hat auch Jesus nicht getan. Er hat gefeiert und gescherzt, war liebevoll und zornig. Er hat gezweifelt und ist oftmals mutlos geworden. Aber er hat nie aufgegeben. Sich nicht und auch nicht die Menschen. Weil er sich in allem, Freud wie Leid, von Gottes Liebe umfangen wusste. Und der Gewissheit, dass Gott für seine Menschen ein gutes Ende der Geschichte bereithält.
Und auf dieser Grundlage sollen auch wir unser Leben gestalten.
Wo immer uns Freude begegnet, dürfen wir in sie einstimmen. Und wo immer uns Leid begegnet, sollen wir es tragen, er-tragen und dagegen ankämpfen.
Wo Leben ist, da sollen wir für das Leben einstehen und wo der Tod ist, müssen wir trösten und helfen, die Trauer zu überwinden.
So geben wir auch anderen – Menschen in Freude und in Not, Menschen in Zuversicht und Hilflosigkeit – Anteil an der Befreiung, die wir durch Jesus Christus erfahren haben.
Er ist der, der uns durch sein Leben, sein Sterben und Auferstehen gezeigt hat, wie wir unser Leben im Hin-und-Her-Gerissen-Sein zwischen Freud und Leid, zwischen Leben und Tod meistern können.
Nämlich im Vertrauen auf die Hilfe und die Liebe Gottes.
Amen.

FÜRBITTEN

Gott, es ist so einfach, den Kopf zu schütteln und erbost über die Menge zu sein, die heute »Hosianna« und übermorgen »Kreuzige« ruft.
Es ist so einfach, andere zu verachten, weil sie anders mit belastenden Situationen umgehen.
Wir haben dafür unsere Strategien entwickelt.
Meckern aus der Distanz, Unken in den Sozialen Medien – unerkannt.
Oder wir halten lieber den Mund und denken, dass sollen andere regeln.
Aber wenn sie das tun, sind wir auch nicht zufrieden.
Erbarme dich unserer Unsicherheit, Gott, und öffne dein Ohr für die Rufe, die wir uns selbst nicht mehr zutrauen!
Gott, wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen, als Glaubende miteinander und als Glaubende mit dir.
Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen, unser Himmelhoch-jauchzend zu Tode betrübt, unsere Freude und unser Leid.
Wir denken an alle, die wir lieben. Wie werden sie diese Woche bis Ostern verleben? Mit Lachen oder Weinen?
Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Was tun sie? Hoffen oder Bangen?
Wir denken an alle Kranken, besonders die, keinen Besuch haben können. Was tun sie? Aufstehen, oder gehen?
Wir denken an alle, die helfen und ihre Kraft und ihre Gaben für uns einsetzen. Was werden sie tun? Weitermachen, oder resignieren?
Lass uns erkennen, was Leben wirklich ist, im hin und her gerissen sein von Freud und Leid, Hoffnung und Resignation.
Dann werden die Verstörten wieder Tritt fassen und die aufgegeben hatten, dich zu suchen, werden sich dir wieder zuwenden.
Lass alle Christinnen und Christen die Einheit suchen, die Gemeinschaft pflegen und für andere offen sein.
Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.

SEGEN

Der Segen Gottes begleite uns durch diese Zeit! Wir wünschen einen gesegneten Tag, wann immer und wo immer sie sein mögen!


Samstag, 04.04.2020

Tageslosung

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. (Psalm 115,2.3)

Lesung zum Tage

Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken. (Römer 1,20)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Ungewissheit und Angst erfüllen in diesen Tagen unsere Gedanken. Wir sind in Sorge.
Wir sorgen uns um unsere Lieben. Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an. Behüte und bewahre sie.
Wir sorgen uns um das Zusammenleben in unserem Land.
Wir schauen auf das, was kommen wird. Wir sind hilflos.
Der Corona-Virus bedroht die Schwachen.
Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an. Behüte und bewahre sie.
Wir bitten für die Sterbenden – behüte sie und erbarme dich.
Wir bitten für die Jungen – behüte sie und erbarme dich.
Wir danken dir für alle, die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten.
Wir danken dir für alle, die Kranke pflegen, Eingeschlossene versorgen und sich um das Wohl aller mühen.
Behüte und leite sie.
Du bist unsere Hilfe und Stärke. Behüte uns, bewahre uns und erbarme dich. (Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD)
Amen.


Freitag, 03.04.2020

Tageslosung

Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln. (Psalm 89, 16)

Lesung zum Tage

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5, 8–9)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Danke für alles, was heute normal sein wird, Gott: Das Licht des Tages, der Geruch des Kaffees, die Farbe des Tees, das Brummen des Kühlschranks und auch das Flimmern des Fernsehers.
Es hilft über das hinweg, was gerade nicht normal ist.
Aber vor allem deine Nähe und dein Zuspruch durch andere Menschen.
Du sorgst dafür, dass die Welt nicht völlig aus den Fugen gerät, da bin ich sicher.
Aber nach deinem Willen und deiner Vorstellung, nicht nach unserem Wollen, wohl aber nach unserem Bemühen.
Sei uns nahe.
Besonders denen, die sich nach Nähe sehnen, und gerade keine kriegen.
Bleib wach und lass uns ruhig schlafen.
Amen.


Donnerstag, 02.04.2020

Tageslosung

Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. (Psalm 71,17)

Lesung zum Tage

Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. (Lukas 2, 28–30)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Es ist gut, dass du Mensch geworden bist, Gott.
Denn so kennst du das alles, was uns gerade beschäftigt.
Hilf uns, einander auszuhalten.
Hilf uns, einander zu ertragen.
Lass uns verstehen, was wir selbst wirklich brauchen und sehen, was die anderen brauchen.
Zeig uns, was richtig ist.
Gib Ruhe und jeden Morgen neue Kraft.
Amen.


Mittwoch, 01.04.2020

Tageslosung

Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. (Jesaja 65,19)

Lesung zum Tage

Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. (Johannes 16,22)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Ratlos sind wir, Gott, und bringen unsere Ratlosigkeit vor dich.
In Sorge um unsere Angehörigen sind wir, und wir bringen unsere Sorge vor dich. Bedrückt sind wir, und wir bringen unsere Angst vor dich. Dankbar sind wir für alle Menschen, die uns Mut machen, und wir bringen unseren Dank für sie vor dich. Mitten hinein in unsere Angst schenkst du uns das Leben. Du schenkst uns Musik, Gemeinschaft und die Fürsorge unserer Freunde und Nachbarn. Du schenkst uns Inspiration, Freundlichkeit und Mut. Du schenkst uns den Glauben, die Liebe und die Hoffnung. Dir vertrauen wir uns an – heute und morgen und an jedem neuen Tag. (Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD) Amen.


Dienstag, 31.03.2020

Tageslosung

Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen. (Sacharja 6,15)

Lesung zum Tage

Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.  (Epheser 2,22)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gott, danke, dass wir leben.
Auch wenn wir täglich Sorgen haben und manches Schwere auf uns wartet.
Und doch dürfen wir uns freuen, zu sein, zu leben und zu wirken.
Danke für all den Reichtum, den du uns schenkst: für die Schönheit der Natur, die sich gerade erholt, für die Freude an Menschen, die uns trotz Ferne nahe sind, für das Glück des eigenen Herzens, für deine Nähe und spürbare Liebe. Amen.


Montag, 30.03.2020

Tageslosung

Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? (Jeremia 8,4)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. (Johannes 6,37)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Die Verrücktheit dieser Zeit lässt uns nicht los.
Wir denken viel an das, was in der jüngsten Vergangenheit noch selbstverständlich möglich war.
Dies scheinbar verlorene Glück hält unsere Herz gefangen.
Die Sehnsucht nach dem Gestern und die frohen Gedanken an die Vergangenheit lassen mir keine Freude an der Gegenwart und wenig Hoffnung auf Zukunft.
Gott, hilf uns anzunehmen und zu tragen, was sich nicht ändern lässt.
Steh uns bei und lass uns nach vorne schauen und den Weg in die Zukunft vertrauensvoll gehen, damit wir für uns und andere die Hoffnung und die Freude am Leben wiederfinden können.
Das bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus. Amen.


SONNTAG JUDIKA 29.03.2020

Video-Gottesdienste “Drück mich!” – Für tägliche Andachten und Gottesdienst am Sonntag

WOCHENSPRUCH

Zu diesem Sonntag wird uns gesagt: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Mt 20,28) 

Die Reihenfolge dieser Welt hat er umgedreht. Der unser Herr ist, ist unser Diener geworden, auf dass wir frei werden: Das steht quer zu unseren Sehnsüchten, dieses Dienen. Wir wollen lieber Herrschen als Dienen, lieber Herrlichkeit als Leiden, lieber Macht als Ohnmacht. Aber das Kreuz durchkreuzt unsere Maßstäbe. Schmerzlich – nicht nur für den Gekreuzigten. Aber Anfang der Berührung von Himmel und Erde.

PSALM 43 [Luther 2017]

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Anfang Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

TAGESGEBET

Gott, wir bitten dich um ein fühlendes Herz, ein Herz, das Hilferufe nicht überhört und Unrecht beim Namen nennt.
Wir bitten dich für alle, die abgestumpft und gelähmt sind, die nicht zu sich stehen können.
Wir bitten dich für alle, die keine Zeit mehr haben, weil sie von Termin zu Termin hetzen und Notsignale nicht mehr mitbekommen.
Wir bitten dich für die Verzagten, die zu wenig Selbstbewusstsein haben und sich für unwichtig halten.
Wir bitten dich für uns und alle Menschen, lass uns auf unser Herz hören!
Lass uns aufmerksam werden füreinander und helfen ohne zu herrschen. Amen.

LESUNG  Evangelium des Sonntags – Markus 10, 35-45 [Luther 2017]

Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

WOCHENLIED EG 97 – Holz auf Jesu Schulter

IMPULS

Was wäre das schön, wenn wir jetzt gesagt bekämen, wie es weitergehen wird! Wäre schon toll. Nicht nur, weil dieser Virus unser normales Leben komplett lahm gelegt hat. Auch sonst wüssten wir manchmal gerne schon im Voraus, wo es hingeht mit uns. Und auch, wo unser Platz ist auf dieser Reise in die Zukunft. Und mit wem wir unterwegs sein dürfen oder können. Was aber, wenn das alles gerade völlig unsicher ist? Wenn morgen schon nicht mehr gilt, was heute noch gesagt wird? In einer Welt, in der nichts sicher scheint? So wie im Moment, im Umgang mit dieser weltumgreifenden Katastrophe, die sich keine und keiner von uns vor ein paar Wochen noch je hätte so ausmalen können. Da haben wir noch gelacht, gescherzt; wir doch nicht! Was ist aber aus all diesen Sicherheiten geworden? Wie ist es, wenn du plötzlich doch krank bist? Allein? Abgeschnitten von den normalen sozialen Bindungen und Systemen? Was wird werden? Die beiden Jünger, die Söhne des Zebedäus, die Jesus zur Seite nehmen, ohne die anderen mit ihm reden wollen; Sie möchten vorne sitzen auf der Reise. Ganz in der Nähe Jesu. Am besten auf seinem Schoß in die Ewigkeit reiten, wie Lucky Luke in den Sonnenuntergang. Aber vermutlich wollten auch sie nichts anderes, als ein wenig Sicherheit für ihre Zukunft. Denn auch sie wussten nicht, wo die Reise hingeht. So wenig wie wir es derzeit wissen. Unser Blick in die Zukunft, von Prognosen begleitet, löst sich Tag um Tag auf, weil sich immer neu die Voraussetzungen ändern. Die viel gescholtene Digitalisierung, sie ermöglicht uns plötzlich viel. Und Altes und Bewährtes erleben neuen Zuspruch. Da wird wieder telefoniert, da werden wieder Briefe geschrieben. Familien sitzen – ja, vielleicht gezwungenermaßen – zusammen, aber sie tun‘s. Lesen erlebt eine Renaissance, Streamen nie geahnte Höhen, Spielen – völlig zweckfrei – wird wiederentdeckt und das Spazieren gehen zu zweit. Kirchen sind leer, Kirchentüren geschlossen, aber die Glocken rufen weiter zum Gebet. Jeden Abend um 19.30 Uhr. In den sozialen Medien entsteht eine nie dagewesene Solidarität. Klar, es gibt auch das andere. Familiäre und derzeit auch ganz besonders berufliche Durststrecken, die frustrieren. Die Angst um das Abitur. Das Vergehen im gebremsten Alltag, den ich gar nicht will. Nicht immer kann alles klappen. Vieles muss erst aus probiert werden. Kleine Erfolge werden dabei oft übersehen oder ignoriert. Nur auf Klopapier, Mehl, Reis und Küchenrolle geschielt. Und doch bemühen wir uns immer wieder – Stunde um Stunde, Tag um Tag – immer etwas weiter zu kommen. Oft machen wir die Erfahrung, das Veränderungen schwierig und neue Wege meist nicht einfach zu finden und nur schwer zu gehen sind. Aber in allem Verzagen, wenn die Durchhänger kommen, wenn wir drohen zu resignieren, dürfen und können wir den Kopf oben halten. Denn, egal welchen Weg wir gehen, der Anfang ist immer schon gemacht. Gott hat ihn immer schon gesetzt. Und das Ziel. Der Weg, den Jesus gegangen ist, der, den er den beiden Jüngern vor Augen führt, zeigt die Richtung. Der Tiefpunkt seiner Geschichte ist zum Hoffnungszeichen für die Welt geworden. Er hat weder ihn, noch die, die an ihn glaubten und Gott vertrauten, ins bodenlose geworfen, sondern den Weg in die Zukunft gewiesen. Davon berichten die Geschichten der Bibel und besonders die Hoffnungsgeschichten, die Jesus zum Inhalt haben. Seine Leidensgeschichte wurde eine Lebensgeschichte, eine Geschichte zum Leben. Ob aus der Corona-Krise auch neue Lebensgeschichten entstehen, das liegt jetzt an uns. Jesu Perspektive war und ist immer Hoffnung gewesen. Weil Ende nicht Ende heißt, weil jedes Ende ein neuer Anfang ist. Und vermutlich hat Jesus genau das seinen Jüngern versucht klarzumachen, als ganz nahe bei ihm sein wollten. Die Welt aus dem Blickwinkel Jesu wahrzunehmen und danach zu handeln. Nicht zu verzweifeln, sondern mutig und vertrauensvoll und mit seiner Hilfe den Weg nach vorne gestalten. Das verleiht Sicherheit. Auch in diesem Ausnahmezustand. Wenn wir das schaffen und uns durch Jesu Nachfolge Gott anzuvertrauen, im Fühlen, Denken, Hören, Sagen, Triumphieren und Versagen, im Elend und in Zärtlichkeit … Dann leben wir vergnügt, erlöst und befreit, wie Hanns Dieter Hüsch es uns “vorgedichtet” hat. Amen.

FÜRBITTEN

HERR unser GOTT, Du siehst in unsere Herzen und Seelen. Du kennst alle Wunden und Verletzungen, die wir zu erdulden und zu verkraften haben. Auch die, die wir anderen zugefügt haben. Wir schauen auf CHRISTUS, den Gekreuzigten, und bitten dich:
Um Hilfe, um Kraft und Mut für alle, die regieren und politische Verantwortung tragen. Lass ihre Arbeit für Gesundheit, Frieden und Gerechtigkeit Früchte tragen.
Hilf Eltern und Erziehern, Lehrern und Ausbildern, dass sie über alle Fachlichkeit hinaus bereit sind, Vorbilder zu sein und Werte zu vermitteln, die ihre Substanz aus dem Glauben an Dich beziehen und helfen, diese Krise zu überwinden.
Sei bei den Jugendlichen in unserem Land und in allen Ländern der Erde. Lass ihre Sehnsucht nach Leben, nach Sinn und Ziel einmünden in die Suche nach Dir, damit sie Dich finden.
Wir bitten für alle Kranken und Notleidenden, für alle Hoffnungslosen und Mittellosen, für alle Unterdrückten und geängstigten Menschen, auch für alle Trauernden und Sterbenden: Hilf ihnen und uns, damit sie und wir heil werden.
Wir bitten dich für alle, die dein Wort hören und weitersagen, dass sie sich nicht verunsichern lassen durch Entwicklungen in der Gesellschaft, durch Ängste und Sorgen in der Kirche, durch Eitelkeit und Menschenfurcht in dieser weltweiten Pandemie. Lass alle Christinnen und Christen die Einheit suchen, die Gemeinschaft pflegen und für andere offen sein. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.

SEGEN

Der Segen Gottes begleite uns durch diese Zeit!


Samstag, 28.03.2020

Tageslosung

Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. (Psalm 147, 11)

Lesung zum Tage

Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Markus 3, 35)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
In letzter Zeit ist so manch Schreckliches geschehen. Isolation, Krankheit, Leid, Tod, Unvernunft.
Ich bin an vielen Stellen entsetzt darüber und verstehe nicht, wie das alles passieren konnte.
Vor allem die Unvernunft mancher Menschen macht mich sprach und auch hilflos. Warum?
Herr, steh den Leidenden bei, tröste die Trauernden, schenke den Isolierten Nähe, verteile reichlich Verstand und stärke alle, die Gutes tun und helfen!
Amen


Freitag, 27.03.2020

Tageslosung

Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun. (Jeremia 17, 9–10)

Lesung zum Tage

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge. 1. Joh annes 3, 19–20)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.

Wenn ich im Dunkeln stehe, wenn ich nicht weiterweiß, wenn ich die Welt um mich herum nicht verstehe und mutlos bin …
Dann lass du mich, guter Gott, deine Nähe spüren, lass mich erfahren, dass ich in deiner Liebe geborgen bin. (Franz Hübner)

Amen


Donnerstag, 26.03.2020

Tageslosung

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen. (Psalm  38, 19)

Lesung zum Tage

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut. (2. Korinther 7, 10)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
So schön ist die Welt, die du, Gott, uns geschenkt hast.
So viel unendlich Schönes hast du zugelassen.
Aber auch vieles macht uns Sorgen.
Gerade jetzt in dieser Krisenzeit.
Und doch wollen wir dir danken für den Schein der Ewigkeit, für das Wunderbare, das uns immer wieder begegnet und dazu hilft, der Gegenwart den Schrecken zu nehmen!
Danke! Amen


Mittwoch, 25.03.2020

Tageslosung

Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts! (Jesaja 29, 16)

Lesung zum Tage

Alle miteinander bekleidet euch mit Demut. (1. Petrus 5, 5)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Herr, du kennst unsere Wege, die Wege, die hinter uns liegen, und die, die vor uns liegen.
Du begleitest uns in jedem Augenblick.
Du bist immer für uns da, auch dann, wenn wir es meist nicht merken.
Was erwartest du von uns?
Gerade jetzt, in dieser seltsamen Zeit!
Aber weil du uns führst, oft auch im Geheimen, können wir versuchen, uns selbst zu führen.
Und wenn andere fragen wozu …?
Dass unsere Augen und Ohren unterscheiden lernen, dass unsere Hände anderen helfen lernen, dass unser Denken das Richtige findet, dass unser Herz das Rechte entscheiden lernt.
Weil du uns führst, können wir unseren eigenen Weg versuchen.
Darum bleibe bei uns, jetzt und allezeit.
Amen


Dienstag, 24.03.2020

Tageslosung

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (Psalm 145, 17)

Lesung zum Tage

Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht. (Kolosser 1, 9)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Wir danken dir auch für das Wunder, dass wir denken und sprechen, hören und verstehen können und bitten dich gerade jetzt um Kraft, all dies auch zu tun.
Auch und gerade zum Wohl unserer Mitmenschen.
Du hast dich uns in deinem Wort erfahrbar gemacht und sprichst uns immer wieder an durch Ereignisse, auch in schweren Zeiten, als Lichtblicke für das Leben.
Gib uns allen ein feinfühliges Herz, dass wir erkennen und verstehen, was du gerade jetzt von uns forderst und wir dir mit Dank, Liebe und Nächstenliebe auf deine Anregungen antworten.
Gott, lehre uns hören, handeln und beten, dass wir dir und dem Nächsten wirklich in Liebe begegnen; auch über alle Distanz hinweg.
Das bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen lieben Sohn.
Amen


Montag, 23.03.2020

Tageslosung

HERR, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist. (Nehemia 9,6)

Lesung zum Tage

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. (Apostelgeschichte 14,17)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Du lenkst die Herzen der Menschen.
Allen, die Macht und Verantwortung tragen, öffne die Augen, Ohren und Herzen, dass sie so handeln, dass es dem Menschen in unserem Lande und dem Wohl aller Völker dient.
Mache sie und uns bereit, Frieden und Versöhnung zu stiften und alles zu tun, damit wir bald wieder zur Normalität übergehen können.
Das bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen lieben Sohn.
Amen


SONNTAG LAETARE 22.03.2020

WOCHENSPRUCH

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24).

Wenn das Weizenkorn erstirbt, bringt es viel Frucht! Abgeben, sich zurücknehmen, loslassen, Geduld haben. All das bedeutet nicht gleich scheitern. Vielmehr wird durch die Kraft, die Gott uns in Jesus Christus schenkt, die Auferstehung, ein neues Leben geschaffen, das schon im Hier und Jetzt seine Wirkung zeigt. Abgeben, sich zurücknehmen, loslassen, Geduld haben – vielleicht die Voraussetzung für neues, anderes, am Ende lebendigeres Leben. Das verleihe Gott uns allen. Als Hoffnung in dieser Zeit.

PSALM 84 (EG 735) [Luther 2017] 

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Sela. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion. HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! Sela. Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

TAGESGEBET

Laetare, heißt der Sonntag, Laetare – Freuet euch. Freuen, auch dann, wenn es nicht i diese Zeit zu passen scheint. Aber dennoch: Freuen sollen sich alle, die dir angehören, Gott. Darum bitten wir dich, Gott, lass uns auf dein Wort hören, es auch weitergeben und dadurch Freude erlangen. Lass uns nach deinem Wort leben, dass wir aus der Kraft deines Wortes leben und einander mit Liebe begegnen. Richte uns aus an deiner Liebe, die uns begegnet in Jesus Christus, unserem Bruder und schenke uns Hoffnung durch deinen heiligen Geist. Amen.

LESUNG 2. Kor. 1, 3-7

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist der Vater, der uns Barmherzigkeit schenkt, und der Gott, bei dem wir Ermutigung finden. Er ermutigt uns in all unserer Not. Und so können auch wir anderen Menschen in ihrer Not Mut machen. Wir selbst haben ja ebenso durch Gott Ermutigung erfahren. Denn das Leid, das Christus erlebt hat, wird zwar auch uns in reichem Maß zuteil. Aber genauso erfahren wir in reichem Maß auch die Ermutigung, die er schenkt. Mehr noch: Wenn wir in Not geraten, so geschieht das, damit ihr ermutigt und gerettet werdet. Und wenn wir ermutigt werden, so geschieht auch das, damit ihr neuen Mut schöpft. Mit dessen Hilfe könnt ihr geduldig dieselben Leiden ertragen, die auch wir ertragen müssen. Was euch betrifft, sind wir sehr zuversichtlich. Denn wir wissen, dass ihr genauso an der Ermutigung Anteil habt wie an dem Leiden.

LESUNG  Joh 12, 20-26

Es befanden sich auch einige Griechen unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten. Die gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir wollen Jesus sehen!« Philippus ging zu Andreas und erzählte ihm von ihrem Anliegen. Dann gingen die beiden zu Jesus und berichteten es ihm. Jesus antwortete ihnen: »Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird der Menschensohn in Gottes Herrlichkeit aufgenommen! Amen, amen, das sage ich euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht. Wem sein Leben über alles geht, der verliert es. Aber wer sein Leben in dieser Welt nicht für das Wichtigste hält, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wer mir dient, muss mir auf meinem Weg folgen. Denn wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wer mir dient, der wird beim Vater Anerkennung finden.«

WOCHENLIED  EG 98 – Korn das in die Erde

IMPULS

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
Oder mit den Worten des Wochenliedes:
Korn das in die Erde, in den Tod versinkt. Keim der aus dem Acker in den Morgen dringt.

Ein Text der so gar nicht passen will. Jetzt in dieser Zeit. In die Passionszeit vielleicht. Aber in die Corona-Zeit.

Oh du dichterische Frucht, die du dort entlang des Bibeltextes von Sankt Johann hangelnd in nur zwei Zeilen vom Tod zum Morgen kommst und das Wort “Korn” auch noch grandios an den Anfang setzt. Da kommen doch manchem am Sonntagmorgen ganz andere Assoziationen. Wie Hanns-Dieter Hüsch zu sagen pflegte.

Aber auch das derzeit nicht, wo der Frühschoppen höchsten in heimischen Gefilden möglich ist; und vermutlich dadurch ziemlich uninteressant. Und doch sollen diese Worte helfen. Helfen, unsere Wirklichkeit zu deuten und zu verstehen. Und sie sollen helfen und Mut machen. Der Weg des Weizenkorns, den Jesus in seinem Gleichnis wählt, er bedeutet: Im Werden und Vergehen, im Vergehen und Werden, eben in Freud und Leid sollen wir Jesus nachfolgen. Das heißt, sich an den schönen Dingen freuen. Enttäuschungen und Niederlagen aber nicht einfach als Negativposten abtun, sondern fragen, ob sie nicht einen tieferen Sinn für mich haben. Krankheit, Kummer, Leid nicht einfach nur als Schmerz und vergeudete Zeit abtun, sondern auch als Gelegenheiten, in denen Gott mit mir sprechen kann, in denen Gott mich unterbrechen will. Herausholen will, aus dem alltäglichen Trott. Auch jetzt und gerade in dieser Krise, die der Corona-Virus verursacht hat. Die Natur lehrt es uns, dass die Zeit in der Erde für das Korn notwendig ist, um zu keimen und Frucht zu bringen, um aufzuwachen zu einem neuen und ganz anderen Leben. Und auch in uns Menschen muss sich etwas verändern, bevor Neues werden kann. Das will Jesus seinen Jüngern und auch uns heute sagen. Wir dürfen und müssen unser Leben mit Veränderungen leben. Aber wir dürfen auch und sollen unser Leben auch durch all diese Veränderungen hindurch gestalten. Das fällt uns im Großen zugegebenermaßen im Augenblick schwer. Aber es geht doch auch im Kleinen. In der Familie. Zur Not sogar über das Telefon und andere Medien. Und wir müssen das heute ganz besonders wahrnehmen, ernst nehmen und gestalten. Aber in Jesus und durch seine Worte wird uns dabei ein Ausblick gegeben, was am Ende, am Ziel stehen kann. In Jesus wird uns von Gott vor Augen geführt, dass er selbst über die größten Grenzen hinweg uns die Möglichkeit gibt, das zu gestalten, was uns anvertraut ist. Nämlich unser Leben und unsere Gemeinde. Und es wird uns gesagt, wenn wir dies in der Nachfolge Jesu tun, dann brauchen wir das auch nicht allein zu tun. Dann werden wir immer Menschen an unserer Seite haben. Menschen, die mitgestalten und den Weg mitgehen. Das soll uns Mut machen, in allem was Gott uns schenkt, Freud, wie Leid, die Möglichkeit zu sehen, Leben und auch Glauben zu gestalten. Auch in Zeiten, wo wir uns nicht versammeln können. Aber füreinander da sein können.
Es gibt nicht nur die Höhen im Leben. Es gibt auch manche Enttäuschung, manch Trauriges zu erleben. So wie jetzt. Aber aus allem kann und wird Gott etwas wachsen lassen. In unserem Leben und in der Gemeinde. Amen.

FÜRBITTEN

Du, Gott der Barmherzigkeit, beschenkst uns mit Momenten des Glücks und der Unbeschwertheit. Es gibt Tage, an denen lebt es sich leicht, und die Hoffnung blüht wie eine Frühlingsblume. Danke, Gott, dass du uns Tage so leicht machst. Tage, an denen es leicht fällt, über dich und unseren Glauben zu reden. Du, Gott voll Güte, mutest uns aber auch Zeiten der inneren Unruhe und der Unsicherheit zu. Es gibt Tage, da fällt es uns schwer, befreit zu leben, und wir kämpfen mit uns selbst und anderen um jedes Wort und um jedes Tun und Lassen. Danke, Gott, dass du auch an solchen Tagen bei uns bist. Dir bringen wir die leichten und die schweren Momente der vergangenen Tage. Bei dir sind sie gut aufgehoben. Begleite uns in den guten und in den schweren Tagen. Wir bitten dich für uns alle: stärke uns im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Amen.

VATER UNSER

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung; sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.

SEGEN

Der Segen Gottes begleite uns durch diese Zeit!


Samstag, 21.03.2020

Tageslosung

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. (3. Mose 26,6)

Lesung zum Tage

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil 4,7)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Gib uns immer neu einen Hinweis, was wir denken, reden und tun sollen, und begleite uns dabei mit deiner Hilfe;
damit alles, was wir tun und auch lassen, nach deinem Willen und aus Liebe zu dir begonnen und vollendet wird.
Das bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen


Freitag, 20.03.2020

Tageslosung

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. (Ps 27,5)

Lesung zum Tage

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2. Kor 12,10)

Gebet zum Tage

Herr, unser Gott.
Wir danken dir für das Geschenk deiner Gegenwart, auch und gerade in dieser schweren Zeit.
Sie hält in uns lebendig und verbunden.
Allein würden wir dies vergessen und verlieren.
Zeig uns jeden Tag neu den Sinn unseres Lebens.
Festige unsere Gemeinschaft mit dir und miteinander – auch über die Distanz hinweg, die von uns nötigerweise gefordert wird.
Schenke uns den Geist deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen