Die Taufe

Herzlichen Glückwunsch!

Sie haben sich auf Ihr Kind gefreut, und wir freuen uns mit Ihnen.
Die Geburt eines Kindes ist ein wunderbares Ereignis und zugleich der Beginn einer großen Aufgabe.
Kinder brauchen unsere Zuneigung und Liebe.
Wir möchten unsere Erfahrungen an sie weitergeben.
Wir möchten unseren Kindern eine gute und sichere Zukunft schenken.
Aber wir wissen auch, dass wir dabei auch immer wieder an unsere Grenzen stoßen.
Nicht immer und überall können wir unsere Kinder schützen und begleiten.
Darum vertrauen wir ihren Lebensweg Gott an.
An den Punkten des Lebens, an denen wir nicht weiterkommen, steht Gott und nimmt uns an seine Hand.
Dies wird exemplarisch deutlich in der Taufe.
Hier sagt Gott „Ja!“ zu uns.
Er nimmt uns an, wie wir sind, mit all unseren Stärken und Schwächen.

Die Taufe

Die Taufe ist ein Angebot Gottes an die Menschen, nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene.
Sie ist das Sakrament, das die Aufnahme eines Menschen in die Gemeinschaft der Christen und die Hineinnahme in die Gemeinschaft mit Gott symbolisiert.
Das Grundsymbol der Taufe ist das Wasser.
Damit wird der Täufling übergossen und so von Schuld gereinigt.
Er oder sie wird dem Lebens spendenden Gott anvertraut und unter seinen Segen gestellt.
Es beginnt so ein neues Leben.
So wie Jesus durch Johannes im Jordan getauft wurde, taufen wir auch heute Menschen in Jesu Auftrag.
Jesus spricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Mt 28, 18-20)

Unsere Gottesdienste zur Taufe

Taufen werden in unserer Gemeinde an der Christuskirche grundsätzlich im sonntäglichen Gottesdienst gefeiert.
Die Gottesdienste an der Christuskirche beginnen um 09.30 Uhr.
Bei besonderen Gelegenheiten kann die Taufe nach Absprache auch in einem anderen Gottesdienst zu einer anderen Zeit gefeiert werden (z.B. im Rahmen von Fest- oder Sondergottesdiensten).

Es ist sinnvoll, den Termin für die Taufe rechtzeitig mit allen Beteiligten abzuklären.
Dabei ist auch den Bedürfnissen des Täuflings zu entsprechen.
So sollten bei kleineren Kindern z.B. Schlafperioden oder Essenszeiten berücksichtigt werden.

Eltern und Paten

Wer sein Kind taufen lassen möchte, sollte selbst Angehöriger einer christlichen Gemeinde sein.
Für eine Taufe in der Evangelischen Kirche muss einer der Eltern auch Mitglied der Evangelischen Kirche sein.
Schließlich würde es wenig Sinn machen, wenn das Kind einer anderen Konfession angehört als die ganze Familie.
Zudem brauchen Kinder Erwachsene, die ihnen spezielle Fragen zu Glauben und Kirche beantworten können.
Darum haben auch die Paten eine besondere Bedeutung.
Sie bezeugen zum einen die Taufe selbst.
Darüber hinaus sollen sie die Eltern bei der christlichen Erziehung des Täuflings unterstützen und ergänzen.
Eltern und Paten sollen gemeinsam versuchen Vorbilder dafür zu sein, wie wir als Christen in der Welt leben und die Welt gestalten können.
Es ist wichtig, die Suche nach dem Glauben und dem Leben in der christlichen Gemeinde zu begleiten.
Das Amt der Patin oder des Paten hat darum eine besondere Bedeutung und kann auch nicht zurückgegeben oder zurückgefordert werden.
Patinnen und Paten bleiben immer „Augen- und Ohrenzeugen“ der Taufe.

Symbole der Taufe

Zur Taufe gehört Wasser, in das früher der Täufling ganz eingetaucht und dann „aus der Taufe gehoben“ wurde.
Es steht für Erfrischung, Reinigung und Leben.
Ohne Wasser gäbe es kein Leben.
Wasser kann aber auch bedrohen, zerstören, kann Tod bringen.
Das Wasser der Taufe ist deshalb ein Bild für das erfüllte und unverlierbare Leben, das Gott uns schenken will.
Gleichzeitig erinnert es uns an alles, was unser Leben zerstören kann, aus dem Gott uns herausheben will.
Gott möchte uns Mut zu einem getrosten und fröhlichen Leben im Vertrauen auf ihn machen.
Bei der Taufe wird der Täufling im Zeichen des Kreuzes gesegnet.
Mit der Taufe gehören wir zu Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist und von Gott auferweckt wurde.
Das Kreuz deutet darauf hin, dass das Leben im Blick auf Jesus auf ewig stärker ist als der Tod und dass Menschen, die durch die Taufe in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen sind, eine Hoffnung haben für ihr Leben und unsere Welt.

Wenn ein Kind geboren wird, sagen wir: Es erblickt das Licht der Welt, obwohl wir um das Dunkle, um Leiden, Not und Tod im Leben wissen. Bei der Taufe wird bezeugt: Das Leben ist stärker als der Tod.
„Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus. „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh. 8, 12).
Daran erinnert die Taufkerze, die dem Täufling mit auf den Weg gegeben werden kann.
Unter Handauflegung wird schließlich der Täufling gesegnet. Die segnende Hand des Pfarrers oder der Pfarrerin steht für die Hand Gottes, die schützt und trägt und birgt.
So nahe wie die segnende Hand dem Täufling in der Taufe, so nahe ist Gott in allem, was im Leben auch kommen mag.

Vorbereitung der Taufe

Im Vorfeld der Taufe kann bereits einiges erledigt werden.
Steht für Sie fest: „Wir wollen unser Kind taufen lassen!“, oder haben Sie sich dazu entschieden, getauft zu werden, dann ist der nächste Schritt, sich mit dem Gemeindebüro oder dem Pfarrer in Verbindung zu setzen und Ihr Kind, oder sich selbst zur Taufe anzumelden.
Sie können dies in einem der Gemeindebüros oder bei den Pfarrern direkt tun.
Zur Anmeldung benötigen Sie in der Regel die „Geburtsbescheinigung für religiöse Zwecke“.
Diese erleichtert unseren Gemeindebüros die Eintragung der Taufe in das Kirchenbuch.
Weiterhin benötigen wir das Familienstammbuch bzw. eine offizielle Geburts– bzw. Abstammungsurkunde.
Auf der Rückseite dieser Dokumente findet sich in der Regel auch die Taufurkunde.

Das Patenamt

Jedes Kind sollte mindestens zwei Patinnen oder Paten (es können aber auch mehr sein) bekommen.
Bei der Taufe eines Erwachsenen sind Patinnen/Paten nicht zwingend notwendig.
Das Patenamt kann übernehmen, wer zur evangelischen Kirche gehört und durch Taufe und Konfirmation oder (Wieder-)Aufnahme zum Abendmahl zugelassen ist.
Nach der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen muss mindestens ein Taufpate/ eine Taufpatin getauftes Mitglied einer der christlichen Kirchen sein und einer der regulären christlichen Konfessionen angehören (zum Beispiel der römisch-katholischen oder orthodoxen Kirche).
Ist ein Wunschpate/ eine Wunschpatin nicht Mitglied einer der christlichen Kirchen oder gehört einer anderen Religion an (z.B. dem Islam), so kann er/sie als Taufzeuge/ Taufzeugin fungieren.
Für Patinnen und Paten, die nicht unserer Evangelischen Kirchengemeinde in Bocholt angehören, benötigen wir eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Übernahme des Patenamtes.
Diese wird vom jeweiligen Pfarramt des Wohnsitzes gerne ausgestellt.

Der Taufspruch

Der Taufspruch soll ein lebensbegleitender Wunsch oder ein Segenswort, ein Motto für das Leben in der Christenheit sein.
Fast jeder Vers der biblischen Überlieferung ist dafür geeignet.
Eine Auswahl von Taufsprüchen, die nicht bindend sein sollen, aber wegweisend sein können, haben wir unter der Rubrik Taufsprüche zusammengestellt.
Auch im Internet sind zum Beispiel auf der Seite http://www.taufspruch.de/ viele gute Anregungen zu finden.
Es ist schön, gemeinsam mit der ganzen Familie zu überlegen: Welches Wort passt zu unserem Täufling – oder auch zu mir? 

Der Taufgottesdienst

Es gibt immer Elemente, die den Gottesdienst zur Taufe bereichern können.
Wie sieht es zum Beispiel mit einer Taufkerze aus?
Ob selbst gefertigt oder gekauft, sie ist ein wunderbares Symbol für das Geschenk, das Gott uns an Ostern gemacht hat, das Licht der Auferstehung Christi von den Toten.
Und sie ist ein schönes Geschenk, das Eltern oder Paten ihrem Täufling mit auf den Weg geben.
Taufkerzen erinnern uns später an die Taufe und an Gottes Versprechen, uns zu begleiten.
Ein Taufkleid ist nicht unbedingt notwendig.
Aber vielleicht gibt es in ihrer Familie ein Taufkleid, das schon seit Generationen bei der Taufe getragen wurde, als Symbol für den Fortbestand einer Familie unter Gottes Segen.
Das (meist weiße) Taufkleid zeigt an, hier haben wir einen neuen Menschen vor uns, der das Leben neu entdeckt.
Wenn es diese Tradition in ihrer Familie nicht gibt, . . . auch Sie können eine solche beginnen.
Lebendige Erinnerungen sind sicherlich auch Fotos oder Videoaufnahmen.
Nur bedenken Sie: Das Wesentliche der Taufe kann nicht im Bild festgehalten werden und würde durch Fotografieren und Filmen während des Gottesdienstes sehr gestört.
Sie können jedoch gerne im Anschluss an den Gottesdienst Bilder machen so viel Sie wollen.
Ein Zeichen der Verbundenheit ist es auch, Gebete und Fürbitten zur Taufe mitzugestalten und für das Kind und die Gemeinde zu beten.
Auch bei der Auswahl der Lieder sind Ihre Wünsche gefragt und werden, soweit möglich, erfüllt.
Und wenn Sie darüber hinaus eigene Ideen haben, wie Sie sich ganz persönlich beteiligen wollen – Anregungen sind immer willkommen.

Die Taufwand

Seit einiger Zeit hat sich bei uns an der Christuskirche eine schöne Tradition gefestigt.
Für jedes Kind, das in unserer Kirche getauft wird, soll eine Blüte zum blühen kommen.
Die Eltern werden gebeten, selbst (oder auch delegiert an andere) eine solche Blüte zu entwerfen.
Die Blüte sollte nicht größer sein als eine normale Untertasse (also ca.12 – 15 cm im Durchmesser).
In der Mitte sollte sich (einem Blütenstand ähnlich) ein Kreis befinden, auf dem der Name des Täuflings, Geburtsdatum und Taufdatum notiert werden.
Das Material (Papier, Pappe, Holz, Metall, Stoff, usw.) ist freigestellt, sollte aber die Möglichkeit bieten, mit einer Stecknadel an der Wand angeheftet zu werden.
Der Kreativität und der Phantasie sollen keine Grenzen gesetzt werden (außer bei der Größe, denn sonst wird es schnell zu voll; wir haben schon in diesem Sommer anbauen müssen).
Hier ein Bild, um sich einen Eindruck zu verschaffen:

Ausschnitt Taufwand

Ein Wort zum Schluss

Kosten für die Taufe in der Kirche selbst entstehen Ihnen nicht.
Ihre Kirchengemeinde würde sich aber sicherlich freuen, wenn Sie zum Beispiel den Blumenschmuck der Kirche für die Taufe selbst gestalten.
Die Kollekten der Gottesdienste sind in der Regel festgelegt.
In den besonderen Gottesdiensten ist die Kollekte oft für den Erhalt der Christuskirche oder für eines der Patenkinder der Kirchengemeinde bei der Kindernothilfe bestimmt, es sei denn, Sie wünschen einen eigenen sinnvollen Bestimmungszweck für die Kollekte.

Zu guter Letzt

Wir als Evangelische Kirchengemeinde Bocholt möchten Ihnen unsere ganze Hilfe und Kompetenz zur Begleitung auf dem Weg zur Taufe und darüber hinaus anbieten.
Weil uns die Taufe als ein Zeichen des Glaubens wichtig ist, wollen wir auch jeden Täufling wichtig nehmen.
Darum komme ich als Pfarrer zu einem persönlichen Gespräch gerne zu Ihnen ins Haus, um mit Ihnen die Taufentscheidung zu klären, offene Fragen zu beantworten und die Gestaltung des Taufgottesdienstes zu besprechen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Bocholt ist für Sie da.