Die Konfirmation

Was ist die Konfirmation?

Taufe und Konfirmation gehören zusammen: In der Konfirmation bestätigen die Konfirmanden die Taufe, bei der Eltern und Paten stellvertretend das Taufversprechen gaben. Die Konfirmation wird mit einem Gottesdienst gefeiert. Sie bildet den feierlichen Abschluss des kirchlichen Unterrichts.

Konfirmandenunterricht in unserer Gemeinde

Der Konfirmandenunterricht an der Christuskirche entspricht dem klassischen Modell kirchlichen Unterrichts. Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren (September bis April – je nach Ferien- und Ostertermin) treffen sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden wöchentlich zum Unterricht. Er dauert in der ersten Hälfte (Katechumenenzeit) ca. 45 min., in der zweiten Hälfte (Konfirmandenzeit) ca. 60 min. In dieser Zeit werden die zentralen Themen christlichen und gemeindlichen Lebens themen- und erlebnisorientiert vermittelt. Es wird in der Regel eine Konfirmandenfreizeit veranstaltet, die einen Themenschwerpunkt erlebnispädagogisch vermittelt. Der Besuch einer festgelegten Anzahl von Gottesdiensten ist (gestaffelt nach Kinder-, Familien- und Hauptgottesdiensten) verpflichtend. In der zweiten Hälfte bekommen die Konfirmandinnen und Konfirmanden zusätzlich kleinere gottesdienstliche Aufgaben (Kollektieren, Lesungen) übertragen. Am Ende der Unterrichtszeit steht die sogenannte „Konfirmandenprüfung“, in der die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Eltern und dem Presbyterium zeigen dürfen, dass sie in der Lage sind, zeitgemäße Ausdrucksformen evangelischen Glaubens zu formulieren und ihr eigenes Leben mit dem christlichen Glauben in Verbindung zu bringen.

Der feierliche Abschluss dieser Zeit, die Konfirmation, wird derzeit am zweiten Sonntag nach Ostern mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche gefeiert.

Die Konfirmandenarbeit in unserer Gemeinde ist inklusiv.

Das bedeutet: Alle evangelischen Jugendlichen einer Altersgruppe verbringen eine gemeinsame Zeit miteinander und beschäftigen sich dabei mit den Grundlagen ihres Glaubens. Die Konfirmandengruppe ist, abgesehen vielleicht von manchen Vereinen, die einzige Form der Begegnung, die gleichaltrige Jugendliche regelmäßig zusammenführt – unabhängig von Behinderungen, Geschlecht, sozialer Herkunft oder anderen Unterschieden. Jugendliche nehmen teil, weil sie zur evangelischen Kirche gehören. Ob jemand schlecht rechnen kann, unmusikalisch ist oder im Rollstuhl sitzt, ist dabei gleichgültig. Dennoch kann es natürlich zu Spannungen kommen: Weil manchmal Unterschiede benutzt werden, um Menschen auszugrenzen, auszulachen und abzuwerten. Es kommt darauf an, ob wir Verschiedenheit als Problem oder als Chance sehen. Inklusive Konfirmandenarbeit geht den Vorurteilen nach und baut Barrieren ab. Oft genügt ein offener Blick. Echtes Interesse an dem, der anders ist als ich – das ist der erste Schritt. So formuliert es Landeskirchenrat Fred Sobiech (Dezernent für die Konfirmandenarbeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen). Und oft genug haben die Jugendlichen selbst die besten Ideen. Sie sorgen dafür, dass jede und jeder einzelne Verantwortung für die Gruppe hat und dass niemand Außenseiter sein soll. 

Warum Konfirmation?

Konfirmation ist typisch protestantisch. Sie gehört zum protestantischen Selbstverständnis. In der Bibel kommt die Konfirmation allerdings nicht vor, anders als die Taufe, mit der sie zusammenhängt. Bei der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen, was ihre Eltern und Paten bei der Taufe im Säuglingsalter stellvertretend versprochen haben: ein Leben im christlichen Glauben zu führen. Daher der Name: Konfirmation kommt vom lateinischen confirmare: bekräftigen, bestärken.
Die Konfirmation wird häufig mit der katholischen Firmung verglichen. Diese wurde in der Zeit der Reformation von den Vätern der evangelischen Kirche, also von den Reformatoren, als Sakrament allerdings abgelehnt. Aber als Vergewisserung und Bekräftigung der Taufe entstand in den Anfangsjahren der Reformation mit der Konfirmation eine eigene protestantische Feier, bei der Jugendliche zum ersten Mal am Abendmahl teilnahmen. Sie war zugleich das feierliche Ende des kirchlichen Unterrichts.
Auch heute geht der Konfirmation noch eine anderthalbjährige Zeit der Vorbereitung voraus. Evangelische Jugendliche nehmen in der Regel im 7. und 8. Schuljahr daran teil und werden im Alter von 14 Jahren konfirmiert. Die Konfirmation ist heute aber nicht mehr zwingend Voraussetzung für die volle Teilnahme am Abendmahl. In unserer Gemeinde sind auch kleinere Kinder dazu eingeladen, wenn sie getauft sind, beim Abendmahl die Hostie bzw. das Brot zu empfangen. Nach der Konfirmation können die Jugendlichen dann auch den Kelch mit Wein oder Traubensaft empfangen und Pate oder Patin werden.